Schlagwort: Hamburg

  • Ottos Villa

    Kennt ihr die Szene im Weihnachtsklassiker „Ist das Leben nicht schön“, wo Protagonist George Bailey beim örtlichen Købmand immer das Feuerzeug-Orakel nach einer Million Dollar befragt? Mir geht das in letzter Zeit so, wenn ich an der alten Villa von Otto Ernst in Othmarschen vorbeigehe. „Wenn ich mal Millionär bin, kaufe ich dieses Haus“; und…

  • Frühling in Sagres

    Leise startet der Frühling,kommt aus Sagres angeflogen. Mit 40 Kilometern am Tag. Allein gegen die Zeit.Entflieht Zeitzonen in Australien.Vorwärts nach Europa, nach Portugal.Von dort aus nach Altona. Gefühle, Gedanken, Gedichte, Poesie,Blätterteig und Außengastronomie. Langen, warmen Sonnenschein mag jedes Kind.Erinnert er uns doch daran, dass wir noch lebendig sind. Ich genieße den Vorfrühling in Hamburg mit…

  • Auf die Straße

    Auf die Straße

    Meine Mutter hat vor zehn Jahren schon gesagt, dass ihre ganze Hoffnung auf der Generation ihrer Enkelinnen liegt. Nur müssten die auf die Straße statt in Apps vergifteter Schönheit nachzujagen. Gestern habe ich mit meiner Tochter telefoniert, wir haben uns verabredet zu demonstrieren. So richtig echt auf der Straße, mit ihren Mitschülern. Hamburg nutzt heute…

  • Volle Sonne

    Minus sechs Grad im #November. Selbst die Wolken scheinen am Himmel festgefroren. Im Osten quält sich ein helloranger Ball aus dem frostigen Bett der Nacht. Gross und rund. Die Nebel über dem Hafen juckt das wenig, zu wenig Wärme schickt die nun volle Sonne nach unten. „Papa, wenn es einen #Vollmond gibt, gibts dann auch…

  • Morgenrosé

    „Morgenrot, got Wedder dot“. Hat Oma immer gesagt. Kunststück, denn im Norden hält gutes Wetter nur kurz. Es sei denn der Wind kommt aus Ost. Dann wird es im Winter knackekalt und im Sommer warm. Bis zu 6 Wochen lang. Das sind diese langen, warmen Sommer, von denen in Erinnerungen und Lindgren-Geschichten die Rede ist.…

  • Gefährliches Spiel

    Dort wo die Flottbek in die Elbe fließt, liegt ein kleiner Hafen. Bei Niedrigwasser haben wir als Kinder dort im Elbschlick gespielt. Das war uns verboten, von unseren Eltern. Weil die #Elbe gefährlich ist, besonders dann, wenn sie am harmlosesten erscheint: bei Ebbe. Wir haben uns damals verloren in unserem Spiel, allerdings immer nur soweit,…

  • 500 Zeichen am Morgen

    Der Morgen passt in 500 Zeichen, oder besser: passt der erste Gedanke morgens in ein Posting mit 500 Zeichen? Das habe ich mich gefragt und testweise ein neues Morgenseiten-Format kreiert, das in ein Mastodon Posting passt (deswegen auch der Hashtag #500zeichen). Inzwischen mache ich das seit eineinhalb Jahren. Den ersten Band hälst Du in der…

  • In Altona im Bus

    Eine Gruppe Jungs steigt in Altona zu. Alles große Männer, von ihrer Stiefelgröße her gedacht. Vor einem Jahr war das noch “Gefahrengebiet”, sagt der eine. Die anderen nicken; sie wissen, was das bedeutet. Gemurmel, „Hihihi“ macht einer —Teenagerkram. Sie steigen aus; einer von ihnen sieht mich kurz an. Ich erkenne Erkennen. “Grüß Deinen Alten, ja?“,…

  • Charly

    Nichts gegen Prunk. Nur einen Buchstaben vom Punk entfernt; ich würde euch beiden erliegen. Könige geben Audienzen und sich neue Namen. Dich so zu sehen, Hamburg, so aufgeregt. Schlimm. Manchmal kann es ruhig kurz sein. Ich habe keinen König, und das ist gut so. Warum sollte ich mir einen anschauen? Etwas, das grösser ist als…

  • Sechs Arten Regen

    Heute gibt es diese unbeschreibliche Mischung aus Platterregen, windgetriebenem Regen, Regen von oben, unten und von der Seite. Und zum Ausruhen noch steten Leichtregen, der die Landschaft umhüllt wie adipöser Nebel. #Norden

  • Hamburg Haikus – geschrieben von AI.

    Hafenstadt in Not, Kranarm schwingt in chaotischem Tanz, Industrie schreit laut. Elbfluss träge fließt, Wolkenkratzer wie Zahnstocher, Moderne Architektur. Stadt am Wasser lebt, Boote und Schiffe in Bewegung, Hamburg in Unordnung.

  • Köhlbrand

    Sind wir im SüdenWartet sie stoischÜberspannt den Fluss für unsre Rückkehr

  • Blankeneser Osterfeuer: Anarchie ist machbar, Hangnachbar!

    Jedes Jahr wetteifern in Blankenese bis zu vier Großfeuer miteinander. Sie heißen Viereck, Knüll, Osten und Mühlenberg. Aufgebaut werden sie von den Familien, die am Hang wohnen. Bei welchem Feuer man hilft, hängt davon ab, wo man in Blankenese wohnt. Meine Familie beispielsweise gehört zum Viereck-Feuer. Einen zentralen Veranstalter gibt es nicht. Anders als bei…

  • Café Caravela – Verreisen in der eigenen Stadt (Hamburg)

    Kurze weite Reise: Portugiesische Cafés in Hamburg Es gibt Reisen, die finden innerhalb der eigenen Stadt statt – und man hat trotzdem das Gefühl weit zu reisen. Diese kleinen Reisen, nehmen einen mit in eine andere Welt. Es riecht und duftet neuartig, die Worte und das Lachen klingen fremd. Hier fühle ich mich schnell zuhause.…

  • Flüchtige Ewigkeit

    Heute gab es kein Morgenrot; der Himmel sandte keinen Hinweis gen Erde, dass er sich um was schert. Mit feuchten, grauen Fingern griffen mies gelaunte Wolken nach allem Lebendigen, saugten alle Energie aus mir heraus. Ich betrat die Bodega gerade in dem Moment, als Du die Spülmaschine einräumtest, stoisch ruhig und mir abgewandt, umgeben von…

  • Rotorblätter in der Nacht

    Bekenntnis eines G20-Feiglings Der Hubschrauber, der letze Nacht über mein Haus flog, hat mich erschreckt, hat mir die Tage vor und an G20 wieder ins Gedächtnis rotiert. Eine Minute nur stand er über unserem Dach, so wie die drei Polizeihubschrauber Anfang Juli die ganze Nacht. Dann – nach einer kleinen Ewigkeit – flog er weiter;…

  • Elbtower: Wie Ideen geboren werden

    tldr; Wie Nierensteine Wie das wohl abläuft? Wie wird so ein Megaprojekt, wie der Hamburger Elbtower geboren? Ich stelle mir das so vor:   Herr Hoch und Herr Tief treffen ihren Kumpel Olaf auf dem Matthau-Mahl zu Ehren des großen Hamburger Schauspielers. Beim gemeinsamen Schnack auf der Herrentoilette stehen Heinrich Hoch und Olaf – nur von…

  • Heute Morgen am Hamburger Flughafen

    Heute Morgen am Hamburger Flughafen: eine ältere Dame fragt die Frau am Boardingcardcheck, wo sie hin muss. Die Gefragte schaut die Dame gelangweilt an (offenbar keine Viefliegerin, sie hat nur ein Stück Handgepäck) und entgegnet, ohne das rhythmische Kaugummikauen zu unterbrechen: „Folgen Sie einfach der Masse da“ #airport #hamburg #reallife #ecritureautomatique

  • Von der Scham überwältigt

    Von der Scham überwältigt, bricht beinahe die Stimme. Nun schauen sie alle zu mir. Zu spät; jetzt muss es raus. Wieder und wieder: ‚Entschuldigen Sie die Störung, ich lebe derzeit auf der Straße und …‘ – warum nur spüre ich keine Routine? Die meisten Menschen im Waggon scheinen eine zu spüren, routiniert lassen sie meinen…

  • Olafs Sinneswandel

    Die nasse Hand aus Westen streicht über die Stadt, es regnet dicke Tropfen von der Seite. Blätter stoben aufgeregt in Richtung Centrum. Wer weiss, was sie von dort mitbringen, wo der blanke Hans wohnt.

  • Hamburger Herbst

    Der Sommer ist spät gekommen in diesem Jahr. Zusammen mit lauter singenden Kindern in hellblau. Nun, es ist Ende Mai, liegt immer noch eine grunzende Arche vor dem Fischmarkt von Altona. Es gießt. „Starkregen, 14 Grad.“, warnt das Radio. Das Grün explodiert, und dampft Feuchtigkeit auf meine Haut. Es ist erstaunlich, kaum sind die wieder…