Nein; auf Lyø ist das ein ‚Helikopterplads‘ ;))
Zum Glück stand im Sund zwischen Lyø und Fyn keine große Welle als das Steuerbord Unterwant seinen Geist aufgab, und mit einem lauten ZANGGG wegbrach.
Unser Bordbasilikum McGyver
Wer schon mal für einen Sommertörn gebunkert hat, der kennt das, wenn beim Stauen kindliche Erinnerungen angezapft werden: Dosen Ravioli, Spaghetti mit haltbarer Tomatensauce, Dauerwurst. Das autarke Leben an Bord und kleinen dänischen Häfen, die einem schon per Havnepenge das letzte Hemd ausziehen, fordert seinen kulinarischen Tribut.
Die alte Lotseninsel und ihren früheren Nothafen erreicht man besser zwischen 13:00 und 14:00 Uhr im Sommer; danach wird es eng.
Und das hat seinen Grund nicht nur im überschaubaren Liegeplatzangebot, sondern auch in der ursprünglichen Schönheit der Schleimündung: dieses Kleinod flacher Natur ist nur per Schiff erreichbar; drum herum Ostseewelt, wie sie schon die Wikinger vorfanden.
Improvisation pur, die man sonst kaum noch findet, im Wirtschaftsraum Baltische See:
Er möchte nicht der „hässliche Deutsche“ genannt werden, aber anstatt sich schön zu machen, kämpft er verbissen darum, hässlich sein zu dürfen.
Immerhin geht es ums Prinzip. Und nicht um Schönheit. Die kann man nicht gewinnen, die muss man sehen. Auch in sich selbst.
Blue
Der Himmel sieht aus, wie das Filmplakat einer Philippe Djian Verfilmung: Sommer an der Ostsee. Im Windschatten hat es dreißig Grad und die Ostsee fast zwanzig. Die Nächte sind nach wie vor kurz, wie die Wellen dieses kleinen Meeres.
Nirgendwo anders möchte ich diesen heiligen Wochen sein; die Karibik kannste mir nackt um den Bauch binden, wenn ich, wie diese Woche, bei drei bis fünf Windstärken warme See ins Gesicht gepustet kriege.
Der Hafenmeister trägt seit Wochen kurze Hose und hat eine Farbe im Geischt, die ungewöhnlich gesund wirkt. Hach, wenn es doch nur noch ein wenig andauerte – dieser Ostseesommer. Das ist nun mein Stoßgebet in diesen weiten, großen, dunkelblauen Himmel; um 23:00 Uhr.
Wenn sie nur wüssten, wie sehr sie verehrt werden,
Sie würden noch viel mehr Bewundernswertes tun.
Ein wenig Blut geleckt
Was ist schon ein wenig Blut gegen Dein Leben;
Wenn es ginge, ich hätte Dich gewarnt;
Der Saft ist süß und die Hand gewaltig.
Die Welt spiegelt sich in der See;
Und nur der Wind vermag meine Wirklichkeit zu zeigen,
Und kräuselt die Deine.
Es kommt mir vor, Du lebtest dort,
Gut zu sehen und doch so weit fort.
Wenn es windstill ist, tauche ich zu Dir,
Trinke Deinen roten Saft
Und ertrinke.
Sturmnachtsicher
Der Wind fegt mit acht Beaufort durch den Mastenwald von Høruphavn, die Koje ist gemacht und auch eine Extraleine ausgebracht, für den Fall, dass die Luvleine bricht. Die Fallen angebunden und aus einem Stück Treibholz hab ich heute noch zwei Extrawinkel für den Mastschacht geschnitzt, da Klötzern nix mehr.
Die Dirk, die gestern Nacht noch so unruhig zuppelte, hab ich nu auch ruhig gestellt; die Sturmnavht kann kommen 😉
Legerwall is Schiet
Ich bin durch Schaden kluch geworden: vor acht Jahren lagen wir bei acht Bft. auch auf der Außenseite in Høruphav; auch weil es am Vortag, nach langer Segelei, der einfachere Anleger war.
Nachts drehte dann der Wind und auf Sturmstärke.
Hilflos haben wir zugesehen, wie der Osten Wind alle Luft aus den Fendern drückt und man nur noch wählen konnte zwischen „Manöver jetzt oder gleich“.
Anbaden
Frische Kräuter und ein Kinderessen
Ravioli aus der Dose schmeckt nach Kindheit. Das Alltagsgericht modern schuftender Mütter der 70er Jahre weckt Kindheitserinnerungen, wenn man es sich abends auf dem Petroleumherd warm macht. Mit ein paar frischen Kräutern verfeinert, in meinem Fall Basilikum, der nebenbei auch noch tolles Aroma in die Kajüte zaubert, macht das echt was her – und schmeckt nach einem langen Segeltörn so gut, wie den ganzen Tag getobt. 😉
Dazu öffne ich eine Flasche Grauburgunder von Zähringer aus 2012 – wenn schon das Essen aus der Konserve ist – 😉
Hauptsache Caffee an Bord
Es gibt wenig Proviant, der wichtiger ist an Bord zu haben, als Caffee.
Segelsäcke und Seesack gepackt …
Sonne scheint durch
Drei frische grüne Blätter
Im Auge Punkte
Bordenfrost
Die erste Nacht an Bord war frisch; ich habe gefroren. Wie sehr, das habe ich erst gemerkt, als ich vom Klappern meiner Zähne aufgewacht bin.
Schlagartig zieht die Ostsee die, von der Sonne des Tages aufgewärmte, Luft auf ihr Niveau runter; und darunter.
Sonnenuntergang mit Milch
Dolce und Gabbanas Stern auf der Arschbacke steht sie im Weg. Fotos machen. Nun aber schnell; karibischer Sonnenuntergang.
Milchig wie Piña Colada hängt der Rest Leuchten des böigen Tages über dem Horizont. Myron & E übertönen das schlimme Wummern des All-inklusive Hotels hinter mir. Wäre jetzt gern allein.
„Sind alle Tränen geweint,
Bleibt nur Lachen.“
Aus: Die Aalborg-Weisheiten
Eine Gruppe Jungs steigen in Altona zu. Alles Männer, von ihrer Stiefelgrösse her.
Vor einem halben Jahr war das noch „Gefahrengebiet“
Hihihi, Gemurmel, Teenagerkram. Sie steigen aus; Wir steigen aus. Sehn uns an, lächeln; „Grüß Deinen Alten“, ja?, der junge hübsche Kerl nickt.
Ich liebe das! 😉
Papa Eisbär
Papa, wenn wir so viel Autofahren, dann schmilzt das Eis und die Eisbären Haben nix mehr zu futtern.
Sagt eine Vierjährige an der Hand ihres Vaters, als sie eben an meinem Glas Grauburgunder vorbei gehen, und zieht ein wenig in Richtung Strasse. Der Vater zieht ein wenig gegenan, sagt „Wir fahren doch gar nicht soviel Auto“ und checkt weiter seinen Blackberry.
Foto: Alois Staudacher, CC share-alike
Ganz still rücken Menschen in eine günstige Position, wehen Winde, wie noch nie zuvor. Alles geschieht im Stillen, ohne Hast.
Alles fügt sich, für das Auge unsichtbar.
Weil Du es träumst. Erträumst.
Ich kann es kaum erwarten, Dein Wunderwerk zu erleben.
U.
Je mehr Möglichkeiten sich auftun, desto mehr schlägt mein Puls, desto hektischer mein Schlaf; oh, ich habe so viel zu verpassen.
Anstatt sich zurückzulehnen, hetze ich nun durch die Wenns und Könns. Müde von der frühen Dunkelheit. Und mit der Sehnsucht des Getriebenen.
;;
Please Like, Sperrbildschirm. Terror durch Unterbrechung. Das Leben brummt in meiner Hose, und wehe es hört auf. 20 Minuten Ruhe, dann beginnt der Entzug. Warum habe ich das Rauchen aufgegeben?
;;
Vor meinem Fenster steht eine Frau, angelehnt an ihren Mann. Sie wettert gerade eine Wehe ab. Er schaut mir ins Gesicht. Beeilen muss er sich nicht 😉
The Return of the Blogs
2014, Facebook nervt. Twitter ist zu kurz und nicht wenige sehnen sich wieder nach gepflegten Diskursen.
Ich lese wieder mehr Blogs, habe ich mir fest vorgenommen.
Weniger Buzz, mehr echtes Erleben. Vielleicht blogge ich dann auch wieder mehr und besser, als zuvor.
🙂
„Sylvester“
Wirksam wirst Du dort, wo Du fühlst.
A minha vida mudou aqui
An diesem Ort veränderte sich mein Leben.
Santa Barbara Beach, Sao Miguel, Azores.
A well known surf spot.
Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.
DÜS
Wenn man auf Flughäfen ist und wartet, fällt einem erst auf, wieviele Menschen es doch gibt. Den Blick durch die anderen hindurch gerichtet. Die meisten hetzen, haben ihre dicken Schals in dieser schlimmen Schlaufe gebunden.
Der doppelte Espresso kostet in Düsseldorf 4,80 Euro. In Hamburg dagegen nur 3,50.
Im Osten geht die Sonne auf und ihre vorbörsliche Glut scheint durch das Panorama-Fenster. Eine Blondine sitzt davor und missversteht meinen träumerischen Blick.
Für ein paar Sekunden ergeben die blauen Lichter der Runways ein Muster. Ich lächle. Sie lächelt zurück.
Nu bin ich unterwegs.
Angefasst
Wenn Du mich anfasst, dann fließt die Wärme Deiner Hand in mich hinein. Und ich muss sie wieder abgeben, wenn Du mich loslässt. Ich darf sie nicht behalten. Bin ein guter Leiter. Mist, schon bist Du durchgegangen.
Der Himmel sieht aus, wie geschlagen.
Fein verästelte Wolken, so fein und verwundbar wie Jackenfutter ziehen geschlossen nach Südwest.
So wie ich und die anderen, die ausprobieren wollen, ob man den Frühling im Dezember finden kann, ohne zu zerreißen.
Dort wo die Herbststürme geboren werden. Nächste Woche.
Totensonntag
Totensonntag. Der Tag bevor das Glühweinbüdchen aus Estland öffnet.
Irgendjemand hat den österreichischen Soldaten, die für Altona gefallen sind und ausgerechnet vor Helgoland untergingen, Blümchen an das patinierte Wappen gesteckt.
Ich bin Inschallist
Bereite alles,
So gut wie Dir möglich,
Dann mach Dich auf den Weg.
Und ob Du dann dort ankommst, wo Du hinwolltest? In schā’a llāh.
Dies ist das Ende eines bemerkenswerten Dialoges, den ich im März dieses Jahres in Ägypten führte. Und ich habe oft an meine Pläne ein In schā’a llāh drangehängt seitdem
Wollte man zum Kern vordringen,
Beispielsweise bei Deinem Pfirsich,
So entfernte man zuerst vorsichtig die rote Haut,
mit ihren samtig-feinen Härchen.
Dann schälte man in das saftige Fleisch.
Sonnengelb und von nasser Süße schwer.
Schneidet alles heraus, um tiefer zu gelangen.
Träfe dann auf einen runzeligen Kern,
Dessen hügelige Riffeln nun nichts mehr zu halten hätten.
Bräche ihn auf.
Brutal.
Und schaute dann nach des Kernes Wesen,
Nur um zwei kleine Samen zu erblicken.
Unscheinbar,
Zu Lebendigkeit befähigt,
Erstaunlich Schönes zu erschaffen.
Einen Pfirsich.
Eben.
Und bedauerte man dann,
in diesen wundervollen Pfirsich nicht gebissen zu haben?
Foto: bby via Flickr (cc) by
Müde sich schütteln …
Ich will Deine Reserven,
Und biete Dir meine.
Ich sitze auf dem Streusalz des kommenden Winters und spüre Dich neben mir. „Es ist einfacher, wenn man es beim Einsteigen macht“ – hinterher wird’s anstrengend. Das Angebot läuft aus, langsam, aber stetig. Zu viele Männer.
Ich schaue aus dem Fenster; eine Gruppe Radfahrer fährt der Mitternacht entgegen, blaue Glühwürmchen verfolgen sie. Lautstark. Ich will dahin, zu ihnen auf die Straße, für etwas, etwas spüren, das Wieso, voller sinnschwerer Gewalt, wenn es sein muss.
Diese Müdigkeit los schütteln und den Sommer genießen, der nicht sein darf!
Auge an Herz
»Ich fühle mich wieder frei.
Das Ganze wird uns gut bekommen;
Das Herz ist nicht entzwei.«
Da sagt das Herz: »Sowas kommt vor. Vor allem aber lebt unser Humor«
Danke.
(frei nach Joachim Ringelnatz‘ „Unfall“)
Love Lessons #1
Alles schon
Alles schon gewesen,
Vergessen,
Wiedererlebt, wieder erobert.
Wieder verloren.
Nur noch nicht von Dir. Wunderbar.
Kinder weinen,
Narren flegeln,
Dumme wissen,
Kleine meinen.
Weise gehen segeln.
(Frei nach Joachim Ringelnatz)
Glück ist eine Haltung.
Happiness is a state of mind
Ajatollah Heeger
Mein Erdkunde-Lehrer war gerne Deutscher. So gerne, dass er uns neben der Erdkunde-Zensur auch eine für Rechtschreibung gab und in seiner Freizeit für die Reinheit der deutschen Sprache focht. Für Anglizismen gab es Abzüge. Omnibus sollte es heissen, statt dem verkürzten ‚Bus‘, denn der sei schließlich für alle da.
Das Lineal hieß Richtscheid.
Punkt hieß Tupf, Komma Strich. Semikolon Tupf-Strich.
Heute noch klingt Semikolon für mich nach reiner Rebellion:
Heeger ruft den Deutschen zu: „Trennt euch doch von der Toilette, werft ab der fremden Sprache Kette und strebt fortan dem Zwehlchen zu, dann findet mein Gewissen Ruh! So mahnt der Muttersprache Pfleger. Verbindlichst grüßt Ihr Heinrich Heeger.“
Nicht nur als Vereinsvorsitzender, sondern auch hauptberuflich kann sich Heinrich Heeger als „der Muttersprache Pfleger“ betätigen: Er lehrt an einem Gymnasium in Hamburg-Othmarschen Deutsch und Erdkunde. – Der Spiegel, 46/1970
(Ajatollah nannten wir ihn wegen seines weißen Rauschebartes. In Erdkunde hatte ich immer eine 2. In Rechtschreibung eine 4. Dagmar hatte eine 6, weil sie gelacht hatte, aber das ist eine andere Geschichte)
Beim Frühstück lerne ich …
Beim Frühstück lerne ich eine Wespe kennen, die sich immer wieder in einem Glas mit vertrockneten Butterblümchen den Durst stillt, das auf meinem Gartentisch steht.
Ein Rüpel hupt im Hinterhof. Vielleicht um sich zu verabschieden. Er fährt auf die Autobahn, vielleicht, in Richtung Flensburg, vielleicht.
Spät im Sommer. Westen Wind.
Der Wind hat gedreht. Nach Wochen. Nach diesen heißen, verträumten, sommerlichen Wochen. Aus Ost dreht er nun langsam über NordOst-Nord-Nordwest auf West. Aus dem Westen kommt der Herbst und danach wohl der Winter. Das Licht wird sich ändern, die Tage kürzer. Schwindelnd schaue ich in das grelle Licht.
Immerhin. So ist es am Leben.
Tanze. Im Kreis wie der Wind, dem Sturm entgegen.
Lord Liberty
Ich schaue mir enttäuscht die Fotos auf meinem iPad an, die trotz Filter nicht in der Lage sind, die nette Abendstimmung auch nur annähernd einzufangen. Alles düster und mittendrin prangt ein kleiner heller Punkt. So kann ich das niemals in meine Timelines posten. Die Leute denken ja, ich hätte mein Auge für Motive verloren.
Das liked niemand, denke ich schmollend, dabei ist der Abend so schön. Es ist warm und ich fühle mich geborgen in diesem Sommertag. Das möchte ich teilen.
Ordained Dudeist i am
Ich sitze bei meinem zweiten Kaffee im Garten und lese E-Mails, als mich an der Peripherie etwas rotes trifft.
Durch das Laub des größten Baumes im Hof fällt die Spätsommersonne auf ein Überbleibsel des letzten Geburtstages, ein Schnipsel rotes Glitzerherz, teilt die blauen Anteile vom Rest und schickt helles rotes Licht auf meine Netzhaut. Weit gereist ist das Licht. Zusammen, und wird erst am Boden zu einem Pinpointer, der anderswo Polizisten-Hundertschaften in Marsch setzen würde. Nur ein paar hundert Meter die Strasse runter können sie ein Lied davon singen.
Ich bin erstaunt und blicke sekundenlang in dieses Licht. Den Rest des Tages habe ich davon einen dunkelblauen Fleck im Auge. 😉
Kiels Bahnhof ist ein Kopfbahnhof. Das passt irgendwie. Die Kieler Förde legt ihre Stirn quasi an den Kopf des Bahnnetzes. Hier endet alles, oder es beginnt. Kiel ist Transformation.
Hier endet alles, oder es beginnt.
Ich bin früh dran, an diesem regnerischen Sonntag ist nicht viel los. Meine Fahrkarte habe ich schon und setze mich mit einem Eis von Giovanni auf die Bank auf Gleis 3. Schräg neben mir sitzt ein Mann, hinter mir eine blondierte Frau; beide um die 40. Sean, so stellt sich der Mann in holprigem Deutsch vor, will nach Hamburg, und er fragt Christine – so heißt die Dame – und mich, ob das hier das richtige Gleis ist. Ja, das ist es, erklären wir beinahe zeitgleich.
Es entsteht eine Pause, während wir uns noch ansehen. Sean dreht sich weg und beginnt leise zu weinen. Sein Vater sei vor drei Stunden gestorben, sagt er, nun müsse er schnellstmöglich nach Irland.
Sein Atem riecht nach ertränkter Trauer. Seine Augen sind rot unterlaufen. Christine erzählt, dass sie nach Dortmund will, ihre Mutter hat Krebs. Es geht ihr nicht gut. Aber Hoffnung hat sie. Das freut uns, wir nicken stumm. Etwas in mir möchte, dass ich aufstehe und weg gehe. Weg von dem Leid, als ob es ansteckend wäre. Oder weil ich nicht dazu gehöre, ich weiß es nicht. Das selbst erfahrene Leid ist schon zu verwittert, um im Anblick des frischen nicht unhöflich zu wirken, und das kommende eben noch nicht da. Glücklicherweise. Der Schmerz der anderen ängstigt mich, wie es da neben mir auf der Bank sitzt.
Ich ermahne mich zu bleiben, sage aber nicht viel; höre ihnen still zu. Sean fliegt über Hannover und hofft, seinen Flug noch rechtzeitig zu erwischen. Ich überlege gerade fieberhaft, was „Beileid“ auf englisch heisst, als beide aufstehen, um innerhalb der gelben Markierung ein wenig das Gleis runter zu rauchen. Ich nutze die Gelegenheit und schlendere das Gleis hoch in die Gegenrichtung. Leise wünsche ich ihnen eine sichere Reise.
Dann steige ich in den IC, vorbei an zwei wild knutschenden Paaren. Das Leid, das mich eben noch dunkel umwob, wird lichter. Plötzlich bricht der Himmel auf, als der Zug sich in Bewegung setzt. Als die runden grünen Hügel vor Kiel an mir vorbei ziehen, schicke ich einen sanften Gedanken an Sean: „Mein Beileid“, denke ich, „my heartfelt sympathy“.
Hoffentlich Kriegen Mein ABBA- und mein Roland Kaiser-Ohrwurm nicht irgendwann mal Kinder.
Eben in Strande
‚Du bist ja wie Wigald Boning, Du musst was in die Luft sprengen, um lockerer zu sein‘






















