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Reclaim your Blog — WordPress mit eigener Fediverse Instanz

Einsam surren die Server der größten privatwirtschaftlichen Newsplattform in ihren Bunkern. Wer erinnert sich an ihre Namen?

Wir, die wir permanent von Auflösung bedroht sind, stehen draussen vorm Silo und wundern uns: wo sind unsere Freunde, wo sind all die Verbindungen unseres Lebens hin?

Sie sind weg; wir können ihnen nur nicht folgen. Eine Diktatur will uns einsperren. Hilflose Gesellen.

Reclaim your Blog nannte das Johnny vom Spreeblick schon vor 10 Jahren.

Nun heisst die Parole: Vernetzung.

@ring2

Dank ActivityPub Plugin für WordPress

Und kurz vor Weihnachten 🎄 manifestiert sich ein lang gehegter Vorsatz. Mein Blog wird Teil des Fediverse. Follow @Erik@www.blog.ring2.de für neue Postings.

Möglich macht dies ein Plugin, das meine Autorenseite zu einem Node im Fediversum macht: das ActivityPub Plugin für WordPress.

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Mein liebes Tief

Ein Hoch über Russland schiebt arktisch-kalte — also arschkalte Luft nach Hamburg. Immer weiter drängt sie die feuchte Atlantikluft auf die Nordsee zurück.

In meiner Jugend waren Hochs willkommen. Hatten den Ruf, lange Bullerbüsommer zu bescheren. Mit viel Wärme und langer, beinahe unendlicher Sonne.

In Zeiten der Energiekrise werden einstige Hoffnungsttäger aus dem Osten aber zu feindlichen Mächten. Knackige Kälte können wir uns diesmal nicht leisten. Und ob wir Hitzehochs mit freundlichen Vornamen noch willkommen heissen im nächsten Sommer?

So wandelt sich die Welt. Sehnen wir uns vielleicht bald nach Tiefs aus dem klammen Westen?

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500 Zeichen

Osten Wind

Nein, sagte Ostwind, ich kann mit niemandem befreundet sein, der mich ‘Brise’ nennt.

Nun, dachte sich der Westwind, dann will ich das nun nicht mehr. Und schickte tiefen Druck als Sturm.

Denn Winde können keine Freunde sein. Nach dem darauf folgenden Gewitter legte sich über sechs Wochen ein arktischer Wind über das Land.

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Auf Reisen

Erster.

Frohen ersten #Advent. Das Jahr ist beinahe angekommen. Ein Abenteuer neigt sich dem Ende. Eine Runde um die Sonne, bei der nur die Elipse einigermaßen bekannt ist. Daher auch das englische  ‚adventure‘.

Auf der Zielgeraden entspannt die Welt, zieht sich nach Innen zurück. Wir jedes Jahr nehme ich mir vor, vor Heiligabend anzukommen. Wünscht mir Glück… Eine Kerze brennt. Als Erinnerung an hellere Zeiten…

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Dialoge

500.

Als ich noch ein junger Blogger war, da gab es einen unter uns, der ganz besonders schöne Prosa schrieb. Sein Blog hieß „500 Beine“.

Soweit ich weiss, schreibt er heute noch. 500 Zeichen kann Mastodon zu einem Post verarbeiten, was mich an die Zeit erinnerte, als jeder über sein eigenes digitales Zuhause (Blog) mit anderen verknüpft war.

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(B)Logbuch

Liveaboard Logbuch – ein Episoden-Roman

Lies kostenlos meinen fiktionalen Newsletter “Logbuch eines Liveaboards”, eine Publikation in Blogform, die vom Leben an Bord einer Segelyacht handelt – noch bevor sie als E-Book erscheint …

Inspiriert vom echten Leben als Segler, aber überecht und in weiten Teilen fiktional. (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Begebenheiten sind rein zufällig, isch schwör!)

Auf See duzen wir uns, OK?
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(B)Logbuch

Keinen Zug mehr …

Logbucheintrag vom 4. Mai
Sonnig, Wind umlaufend und schwach. Luft 12 Grad, Wasser knapp 10.

windy.com

Heute Nacht habe ich vergessen, die Heizung anzumachen. Besser gesagt: ich dachte der Rotwein, den ich zum selbstgekochten Essen genossen habe, würde mich genug wärmen; es würde schon nicht so kalt – außerdem schlafe ich gerne auch im Winter bei offenem Fenster. Das macht mir nix aus.

Pustekuchen. Nachts kühlt es an der Ostsee noch bis auf 2 Grad runter. Was den Innenraum meines Bootes wärmt ist ausgerechnet die 10 Grad kalte Ostsee. Zusammen schaffen Luft und Wasser ein ideales Kühlschrankklima. Acht Grad, da hält sich auch ein in die Jahre gekommener Autor frisch.

Nur wenn ich die Zehen oder Arme ausgestreckt habe, wurde ich wach, weil langsam die Kälte in meinen Ellbogen kroch, beispielsweise. Der schmerzt seit meinen Arbeiten am Rigg immer doller. „Da wo die Knochenhaut mit der verspannten Sehne arbeiten muss, da tut es weh“, erklärte mir der „Knochenbrecher“ genannte pensionierte Orthopäde, den ich mit den anderen Einheimsichen langsam in der Hafenkneipe am Fuße der Mole kennenlernte. „Ich solle mich da vorsehen“, sagte er noch, „das kann schnell chronisch werden“.

Im Mai wird es schon früh hell. Der Frühling fühlt sich gut an, so neu. Ein Versprechen auf sonnige Wochen. Wir haben zunehmenden Mond, der, so erklärte mir der Knochenbrecher, den ich eher als Streichler kennenlernen durfte, macht das Wetter gut. Wieso der Mond das könne, wisse er nicht. Aber den Mond solle man nicht unterschätzen. Der könne Berge bewegen und um die Welt schicken. Berge aus Wasser. Warum dann nicht auch das Wetter.

Prima, dachte ich, als ich der scheuen Sichel am Himmel gestern gute Nacht sagte. Ich war gut gelaunt und wollte nun endlich lossegeln; meinem neuen Leben entgegen.

Die Fischer saßen schon bei ihrem Pausenbier. Von ihren Kunden war weit und breit nichts mehr zu sehen. Drei von ihnen heissen Bernd, das macht es einfach, die Gruppe zu grüßen. „Moin Bernds“, rufe ich beim Vorbeigehen. „Moin Pit“, ruft ein Bernd zurück.

Ich bezahle mein Liegegeld beim Hafenmeister, als mich Hauke kurz anstupst. „Du liegst jetzt sechs Wochen hier“. „Ja?“, frage ich und rechne kurz nach. Tatsächlich. „Damit hast Du quasi das Liegegeld für die ganze Saison bezahlt“, erklärt mir der Hafenmeister. „Von nun an, liegst du gratis – wenn du wiederkommst“, sagt er. Und ergänzt: „das ist ja sicher bald“.

Ich verklemme mir, ihn einzuweihen, dass ich schnell Meilen machen will. „Das merkt er sicher schnell genug“, denke ich als ich winkend das Hafenhäuschen verlasse, auf dem oben eine kleine gläserne Pyramide thront. Wie eine Antenne in den Himmel, reckt sie sich nach den verblassenden Sternen. Innen drin glimmt etwas, so scheint es mir heute, so als bündele sie das Licht des jungen Morgens. „Wer weiss, was sie mit der Energie der Nacht so anstellt?“, denke ichl als ich die Böschung zu meiner inzwischen lieb gewonnen Mole entlang gehe.

Als ich mein Schiff zum Auslaufen klar mache, werfe ich einen langen Blick auf Ivans Boot, das träge neben meinem dümpelt. Alles ist verschlossen, von Innen dringt kein Laut. Ivan ist immer noch nicht zurück aus Hamburg. Ich stelle fest, dass seine Abreise nun auch schon fast eine Woche her ist und ärgere mich ein wenig, dass wir keine Handynummern ausgetauscht haben.

Ich schreibe vor dem Ablegen meine Handynummer auf einen grünen Post-it und klettere beim ihm an Bord, um meine Kontaktdaten an seine Cockpit-Tür zu hängen. Auf seinem Vorschiff liegt ein großer Fischkopf, der mir jetzt erst aufällt. Gestern war der noch nicht da. Es handelt sich um den Kopf eines der hier heimischen Buttarten, eine Art Scholle nur kleiner. „Den hat wohl eine Möwe im Flug verloren“, denke ich und schmunzel für mich selbst dahin, als ich laut ergänze: „mit der hiesigen Mafia wird sich Ivan ja wohl nicht angelegt haben“.

Ich starte den Diesel und rutsche mit langsamer Fahrt auf die Förde. Leicht kräuselt der schwache Wind die Ostsee. Das Windex am oberen Ende meines Mastes zeigt stur in Fahrtrichtung. Ein Zeichen dafür, dass kaum Wind weht. Ich will trotzdem los und weiter in Richtung Norden. Bisher habe ich mich noch nicht entschieden, ob ich in die Schlei oder das weiter entfernte Bagenkop auf der dänsichen Insel Langeland motore.

Als ich noch darüber nachdenke, wo ich lieber sein möchte, verliert der Motor immer mehr an Zug. Ich schaue nach, ob ich aus Versehen an den Gashebel gekommen bin. Das passiert gerne mal, und ich erschrecke mich jedes Mal dabei. Der Gashebel steht aber da, wo er stehen soll. Nur der Motor macht keine 2.000 Umdrehungen, so wie er soll. Stattdessen wird der Schub vorwärts immer weniger, bis der Motor nach einem kurzen Schnaufen ganz ausgeht.

„Schiet!“, rufe ich laut in die kühle Luft und versuche den Motor wieder zu starten. Er springt auch an, fährt los, beschleunigt kurz, nur um diesmal in kürzester Zeit wieder an akuter Erstickung zu sterben.

Ich habe das Boot mit neuem Motor gekauft. Eigentlich habe ich an vielen Stellen Probleme vermutet, immerhin ist meine Schwedin schon 40 Jahre alt. Nur beim Motor hab ich gedacht: „der macht sicher keine Zicken, der ist ja neu“. Was gut ist, denn ich habe von Motoren so gar keine Ahnung.

Der kleine Hafen an der Kieler Förde ist keine zwei Seemeilen entfernt und so entscheide ich mich, die Genua auszurollen und gegen den schwachen Westwind zurück zu glitschen.

Es dauert eine halbe Stunde, bis ich unter Vorsegel mich an einem Pfahl festmache. Hauke steht am äußeren Steg und grinst ein breites Grinsen, das um den ganzen Kopf zu reichen scheint. Wären da nicht seine Ohren, diese Grinsen verliefe ringsrum.

„Willkommen zurück“, ruft er. „Hat schon Vorteile, Segler zu sein“, ruft er hinterher und macht sich auf den Weg, mir beim reintreideln in meine Box zu helfen.

„Ich sag doch, es gibt Leute, die kommen hier nicht mehr weg“, scherzt er, als ich ihn nach einem Bootsmechaniker frage. „Da nimmst Du am besten Joe, der hängt hier immer im Hafen rum und macht seine Sachen schnell fertig. Gibt keinen Motor, den der nicht wieder hinbekommt“, sagt Hauke und zeigt auf einen gelben Ford-Kleinlaster, an dem die Südstaatenflagge prangt, neben den Aufklebern aller gängigen Bootsmotorenhersteller, Volvo Penta, Yanmar und ein paar anderen, die ich nicht kenne.

Ivans Boot dümpelt immer noch an seinem Liegeplatz; nur mein grünes Post-it, das mit meiner Handynummer drauf, das ist weg.

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(B)Logbuch

„Wasser im Schiff“

so langsam lebt sich mein Protagonist Pit in dem kleinen Hafen an der Kieler Förde ein. Du liest die 4. Episode meines Logbuch-Newsletters. …

Logbuch: 23. April
Wind: 10 Knoten aus Nordost,

in Böen 20 Knoten
Temperatur: Wasser 9, Luft 11 Grad Celsius

Windy.com

„Im Windschatten ist schon Frühling“, denke ich als ich aus ihm heraus trete und am Hafenrand entlang in Richtung Schilksee schlendere. Der Osten Wind steigt mir von hinten in den Kragen. Es ist immer noch sonnig, und immer noch empfindlich frisch.

So langsam füllt sich das Becken im kleinen Hafen. An Land dengeln die Menschen an ihren Booten herum, bevor es für die neue Saison wieder in ihr eigentliches Element geht. Es riecht nach Bioziden in allen Farben, die seitdem die Nachttemperaturen im deutlichen Plusbereich liegen von den Jachteignern auf ihre Unterwasserschiffe gepinselt werden. Um Muscheln und andere Meeresbewohner durch Vergiften zu vergraulen.

Ich begrüße den Hafenmeister, der in diesen Tagen meist am Kran anzufinden ist. Er steht da immer mit der gleichen Pose; im Mund eine angezündete Fluppe und in der Hand die Fernbedienung des Krans. Grundentspannt schaut er irgendwie unbeteiligt dem Treiben zu. Um ihn herum wuseln aufgeregt die Eigner der zu kranenden Boote. Ein Segelboot, das an Land liegt, wirkt schon unnatürlich; eines, das an einem Haken hoch in der Luft hängt, macht Bootseigentümer nervös. Mich auch; jedesmal aufs Neue.

„Jetzt sehen sie noch sauber und schier aus“, sagt der Hafenmeister – der mir letzte Woche angeboten hat, ihn doch bitte auch „Hauke“ zu nennen, wie alle hier – als ich mich zu ihm stelle und erst einmal versuche fachmännisch dreinzublicken. „Im Herbst hebe ich dann eine 1/4 Tonne Gras, Muscheln, Pocken und grünen Schleim wieder mit raus.“

„Die meisten Boote werden einfach zu wenig bewegt“, sagt Hauke noch und ergänzt, „oder sie gehören denen, die hier einfach nicht mehr weg kommen“.

Yacht in den Seilen

Ich will gerade fragen, wen er damit meint, als aus dem Inneren der gerade gekranten Segelyacht, einer wunderschönen aus altem Mahagoni, ein Schrei ertönt: „Wasser, Wasser, hoch, hoch“ kommt als geschrieene Anweisung bei uns an. Wasser im Schiff; „zum Glück hängt es noch in den Gurten“, denke ich und schaue zu, wie Hauke die Yacht auf „halb acht“ hoch hebt.

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Podcast

Read-out loud: Helsinki – eine Hafenkneipen-Bekanntschaft

Du hörst die dritte Episode meines Logbuch-Newsletters, mit den fiktiven Abenteuern von Pit, der (bisher) allein auf seiner schwedischen Segelyacht lebt.

Logbuch-Eintrag vom 18. April.
Revier: Kieler Förde, Ostsee.
Wasser: 5,4 Grad Celsius.
Wind 2-3 Beaufort aus Ost, auf Nordost drehend …

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Köhlbrand

Sind wir im Süden
Wartet sie stoisch
Überspannt den Fluss für unsre Rückkehr

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Grau

Müde streichen meine Finger,
Über Bäume Runzeln, über eigene Narben,

Durch graue Haare.

Prost, ihr Freunde, die in diesem Jahre,
Mir entstarben!

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Umwege gemeinsam gehen

„Am liebsten komme ich über dich zu mir“, Ernst Ferstl (2003)

Wir wünschen euch viele schöne Umwege auf Eurer gemeinsamen Reise. Durch bunte Dörfer und freundliche Kieze.

Auf dass Euch der Horizont stets mit Weite lockt, während das Herz des Anderen ganz nah bei Euch schlägt.

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

String

Das Universum spielt eine Saite

Du erklingst

Nur mit anderen in Harmonie

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Literarische Wettervorhersage

Noch lauert das Tief draußen auf dem Atlantik.
Es kommt näher, sagt mein linkes Knie.

Die Isobaren werden immer streitlustiger. Sie schreien. Wenn sie einatmen, strömt die Luft zu ihnen. Aus Osten. Der Wind wird noch zunehmen, sagt mein Knie.

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Roter Februar

20. Februar

Normalerweise vermied sie rot. Heute nicht. Heute hatte sie einen beinahe grellen, leuchtenden roten Wollpullover an. Der Pullover war aus Italien und ein Erbstück ihrer Großmutter. Die Sinuskurven der Mode hatten dafür gesorgt, dass er nun wieder modern war.

Als sie sich im Spiegel betrachtete, gefiel ihr der Schnitt, die immer noch volle Wolle. Der leichte Puff, der sich am Übergang von den Armen zur Schulter auflegte – ohne zu übertreiben. Sie würde damit auffallen und das war ihr normalerweise zuwider. Mehr noch, sie versuchte eigentlich um beinahe jeden Preis, Aufmerksamkeit zu vermeiden. 

Aber es war Februar, der Winter schon lang und das Licht aller Wärme beraubt. Draussen matschte alles in einem Brei von Grau und Braun zu einem kühlen, dem Körper permanent Lebenskraft entziehenden Farbton zusammen. Da war dieser roter Pullover ein Statement.

Zwei riesige Tannen winkten mit ihren ausladenden Ästen vom Grundstück gegenüber zu ihr herüber. Sie hatten gerade den letzten Winterorkan überstanden. Sie stellte sich vor, dass sie sich sicher freuten, noch am Leben zu sein. Vielleicht gefiel ihnen auch der rote Fleck lebendiger Rebellion, der sich ihnen darbot.

Sie wollte gerade das Haus verlassen, um sich in den samstaglichen Einkaufsstrudel einzureihen, ging sie stattdessen – einer spontanen Idee folgend – auf den Balkon, stellte einen Strauß gelber Narzissen auf den Balkontisch, der über den feuchten norddeutschen Winter eine schleimige grüne Patina bekommen hatte. An alle vier Ecken des Tisches platzierte sie von Weihnachten übrig gebliebene Orangen. Zusammen mit ihrem roten Pullover bastelte sie eine Waffe gegen den grauen, klammen Tod, der aus Westen heran wehte.

Die Sonne verdunkelte sich. Kalte Nadeln aus Hagelkörnern stachen ihr ins Gesicht und durch das poröse Strickmuster. Innerhalb von 20 Sekunden war sie pitschnass. Bis auf die Haut durchnässt von diesem Niesel, den es nur im Norden gibt. Der so dicht ist und mit Wind gepaart über einen herfällt, einen umhüllt und keine drei Schritte genügen, jeden pitschnass zu bekommen.

Eine Windboe von gut und gerne zehn Beaufort stieß die Vase mit Narzissen um, einige knickten dabei ab und rissen auf dem Weg zum Balkonboden eine Orange mit. Langsam rollte die Orange an die Kante, verharrte dort einen kleinen Moment, bevor sie auf der Terrasse der Nachbarn zerklatschte; als würde sie sich noch einmal zum letzten Gruss umdrehen, dachte sie und reckte spontan die Faust dem Regenschauer entgegen.

So gut sich ihre bunte Rebellion eben noch anfühlte, so dumm kam sie ihr jetzt vor. Die braun-graue Realität hatte ihren farbenfrohen Aufstand in Sekundenschnelle in sich zusammensacken lassen.

Als die letzte Boe des Tages, sich an den beiden Tannen gegenüber vergriff, sie zu Boden brachte (drei Tage Wind und Regen, war den beiden einfach zu viel geworden; der Boden weich, die Wurzeln müde), fing sie an leise zu weinen.

Sie schälte eine der übrig gebliebenen Orangen und biss hinein. Der warme Zucker im Saft der Orange glitt ihre Speiseröhre hinunter und erleuchtete sie von innen. 

Sie hatte nun gerade genügend Kraft, hineinzugehen und die Balkontür hinter sich zu schliessen. Kraft sammeln. Für den März. Ans Einkaufen war heute jedenfalls nicht mehr zu denken.

Photo credit: onesevenone on VisualHunt
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(B)Logbuch

Nackt segeln

Mein Vater liebte es, nackt zu segeln. Den Po direkt auf dem Teakholz und den Schniedel in der bewegten Luft, die nicht nur die Segel umstreicht, sondern auch jeden Quadratzentimeter Haut. Mir war das damals peinlich, so als mitsegelnder Teenager. Obwohl uns sicher niemand sehen konnte, also nicht genau. Dafür waren wir zu weit weg. Vom Land und anderen Seglern. Außerdem war ich, und das ist mir heute auch noch etwas peinlich, ein wenig beeindruckt von dem Gemächt, das mein Vater da so selbstverständlich rumhängen hatte. Ein grosser Penis, braun gebrannt und vom Wind gegerbt. Ich hatte da – meiner Ansicht nach – nicht so viel zu bieten. Und das kann einen pubertierenden Sohn schon fertig machen; allein weil das Nachdenken darüber schon so awkward ist.

Ich nehme das Adjektiv ‘awkward’ einfach mal in meinen deutschen Sprachschatz auf; auch damit nachfolgende Generationen, für die das ganz normal ist, diesen Text entschlüsseln können. Außerdem: wem einmal auffällt, was für eine krasse Buchstabenkombination das ist, der liebt dieses Wort.

Überhaupt liefen in meiner Erinnerung in den 70er Jahren einfach viele Menschen andauernd und wie selbstverständlich nackt herum.

Ich erinnere mich an den Vater einer Freundin, die ich immer zur Schule abholte. Wenn ich klingelte, machte er manchmal die Tür auf. Nackt aber freundlich sagte er dann sowas, wie P. braucht noch ein paar Minuten, komm doch rein. Willst Du noch einen Toast mit Sirup? In der Familie aß man Sirup von Grafschafter. In meiner nicht. Ich habe also an einem Morgen das erste Mal den Penis des Vaters meiner Freundin gesehen und Grafschafter Sirup gegessen. Auf Toast.

Ich mochte ihn nicht. Also den Sirup.

Nacktheit und Selbstverständlichkeit sind mächtige Verbündete, deren Allianz in den letzten 40 Jahren irgendwie zerbrochen scheint. Prüderie breitet sich immer weiter aus. Wieder einmal. Und die Nacktheit weicht; und mit ihr das Frivole. In amerikanischen Serien und Filmen sieht man kaum noch nackte Haut. Angezogen müssen da Liebende übereinander herfallen. In entgrenzter Ekstase, aber mit geschlossenem BH.

Dafür wird die Sprache immer obszöner. Ficken, Blasen, Analverkehr – kaum eine Serie in den USA kommt noch ohne übertriebene Kraftsprache aus. Quasi als Ventil für die visuelle Keuschheit, so kommt es mir zumindest vor. Selbst Serien mit betagten Ü80-Menschen strotzen so vor Urin, Sperma und allen Wegen, wie dieses irgendwo hingelangen kann. Ich finde das anstrengend. Weil das Gesagte so gar nicht zu dem Gesehenen passt. Hat irgendwie seine Harmonie verloren. Also nix gegen Nacktheit – auch die vermeintlich hässliche. Das hier wird ein Plädoyer für sie.

Und dafür, das was ist, zu zeigen. Und das, was gesagt werden soll, zu sagen. Aber nicht, das zu sagen, was eigentlich gezeigt werden sollte.

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Auf Reisen

Blankeneser Osterfeuer: Anarchie ist machbar, Hangnachbar!

Jedes Jahr wetteifern in Blankenese bis zu vier Großfeuer miteinander. Sie heißen Viereck, Knüll, Osten und Mühlenberg. Aufgebaut werden sie von den Familien, die am Hang wohnen. Bei welchem Feuer man hilft, hängt davon ab, wo man in Blankenese wohnt. Meine Familie beispielsweise gehört zum Viereck-Feuer. Einen zentralen Veranstalter gibt es nicht. Anders als bei Demonstrationen oder Dorffesten anderer Art gibt es keinen Anmelder. So was hat man nie gebraucht, und irgendwie wurde das auch von den Hamburger Behörden nie vermisst. Bis zum Jahr 2016.

Osterfeuer "Viereck" in Blankenese. Foto: Philip H.
Osterfeuer Viereck in Blankenese. Foto: Philip H.

Schon am frühen Sonnabendmorgen, das Holz wurde gerade kunstvoll Lage um Lage um einen Mittelmast gestapelt, bekamen die Osterfeueraufbauer Besuch von der Polizei. Wer denn der Verantwortliche sei, wurde gefragt. Mit der Antwort, dass es wie üblich keinen gebe, gab sich der Beamte zunächst zufrieden. Später am Tag, der gewaltige Turm des Viereck-Feuers hatte schon eine beträchtliche Höhe erreicht, kam er allerdings wieder.

Es sei verfügt worden, dass die Feuer maximal fünf Meter hoch sein dürften, teilte der Polizist mit. Die Feuerbauer hätten ihren Mittelmast auf die geforderte Länge abzuschneiden. Die Anwohner am Viereck-Feuer beratschlagten kurz und weigerten sich dann, ihren Mittelmast abzuschneiden. Schließlich hing an ihm auch die Puppe, die symbolisch für den Winter steht, der bei diesem Brauch vertrieben werden soll. Das hatte es noch nie gegeben! Mehr noch als die Konsequenzen eines zivilen Ungehorsams fürchteten sich die Blankeneser davor, den eigenen Aufbau zu zerstümmeln. Es wäre eine Blamage im Wettbewerb um das höchste Feuer geworden. Denn auch darum geht es bei dieser Tradition. Ein zu mickriges Feuer kann noch auf Wochen für Gesprächsstoff unter den Nachbarn sorgen.

Bis auf das Knüll-Feuer, früher das Rockerfeuer in Blankenese, weigerten sich alle Osterfeuer, ihren Mittelmast zu kappen. Lieber würden sie auf das Anzünden verzichten, teilten sie mit. Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt schon zahlreiche der über 10.000 Gäste angereist. Die Feuerwehr und die Hamburg Port Authority entschlossen sich so nämlich zumindest dazu, das Viereck-Feuer zu genehmigen, natürlich unter strenger Aufsicht. Wegen des starken Südostwindes und des enormen Funkenfluges wurden das Osten- und das Mühlenberg-Feuer zunächst nicht angezündet. Das Feuer am Knüll wurde trotz entschärfter Höhe fünf Mal in dieser Nacht abgelöscht, weil es der Feuerwehr zu gefährlich erschien. Vielleicht lagen sie damit richtig, viele der Maßnahmen im Vorfeld  aber waren sicherlich unnötig.

Die Blankeneser haben ihre Feuer dennoch gefeiert. Vielleicht in dieser Form zum letzten Mal.

Wenn sich in Zukunft keine Entspannung einstellt zwischen Behörde und Anwohnern, nimmt diese Tradition womöglich bald ein Ende. Ein weiteres Kapitel einer technokratisierten Welt, in der Behörden ihre Haftungsrisiken begrenzen wollen und dafür das, was wir bislang als öffentliches Leben wahrgenommen haben, opfern. Ein schleichender Wahnsinn. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir Verbote und Regulierungen kaum noch hinterfragen. Gemeinwesen übernehmen keine Verantwortung mehr. Die wird in Form von Drohungen und Verboten auf das Individuum abgeschoben.

AIDA Kreuzfahrtschiff vor dem Blankeneser Osterfeuer. Foto: Philip H.
Aida-Kreuzfahrtschiff vor dem Blankeneser Osterfeuer. Foto: Philip H.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wurde man nicht genötigt, den gesamten Flug angeschnallt zu bleiben, weil etwas passieren könnte. Das war jedem selbst überlassen. Auch das anfangs erwähnte Vergnügen auf der zugefrorenen Alster, mit Buden und Glühwein, wird in dieser von Angst geprägten Welt unmöglich. Dem öffentlichen Leben in Hamburg schadet das enorm. Mit den Osterfeuern droht es eine weitere unverfälschte Tradition zu verlieren.

Insofern freue ich mich über die unbeugsamen Blankeneser, über meine Nachbarn. Wie man hört, fragten die Erbauer des Feuers Osten noch am Sonntagvormittag bei der Feuerwehr nach einer Genehmigung.

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Zwei Rillen

27. Januar

Der Kaffee dampft gemütlich in der Küche, als ich mein Bewusstsein verliere. Das weiss ich noch, das mit dem Kaffee, auch weil ich mir dabei zusehen kann, wie ich auf dem Boden aufschlage.

Ich sehe mich nicht von Außen, wie Augenzeugen das im Fernsehen so berichten, wenn mal wieder das Leben nach dem Tod, der Nahtod als grummeliger Wiedergänger in den 23:00 Uhr Slot gepresst wird. Nein, eher schaue ich aus mir heraus. Fallen tut wer anderes. Leise umhüllt mich eine grünschwarze Metalligkeit, durch die alle Welt in den Dark Mode wechselt.

Wenn ich je einen Kaffee gebraucht hätte, dann jetzt.

Hab ich eine saubere Unterhose an?, die Frage schlendert ganz unschuldig in meinen noch immer staunenden Geist. Ich wusste gar nicht, dass ich so nüchtern sein kann. Und bin erleichtert. Ja. Alles in Ordnung an dieser Front. Vor gut 20 Jahren habe ich alle Notunterhosen aus meinem Stoffschatz entfernt. Wiederum 20 Jahre nach den eindringlichen Ratschlägen meiner Großmutter, die nicht müde wurde zu warnen: “Jung, wenn du mal n Unfall hast und mit dieser zerrissenen Unterbüx ins Krankenhaus kommst, dann ist das bannig peinlich”.

Das war ihr wichtig: gepflegt verunfallen.

Als ich so da liege und aus mir heraus schaue, frage ich mich zwei Dinge gleichzeitig. Das kannte ich so noch nicht von mir; als ob zwei Schichten Denken in meinem Kopf sich drehen. Nicht mit derselben Geschwindigkeit, eher so, wie die Anzeige an meinem alten Technics Plattenspieler, die gegenläufig sich visuell zu einer schwebenden Rille formt, um anzuzeigen, ob der Plattenteller zu schnell oder zu langsam läuft. Das war damals noch jedem selbst überlassen, wie er sein Leben einstellt: schnell oder langsam; fliehend oder leiernd.

Ist das eigentlich OK, wenn man 20 Jahre braucht, um Omas Weisheiten auch umzusetzen?

Es klingelt an der Haustür, aber ich kann mich nicht rühren. Ich blinzle noch nicht einmal. Auch der Ton, der von meinem Trommelfell in meinen Geist drückt, hat diese blau metallic Farbe. Ich kann den Ton sehen, nur antworten, das müsste der andere Ich. Aber der hat ja das Bewusstsein verloren.

Die Ruhe, die mich umgibt hält sich vornehm zurück. Drückt nicht und hält mich doch umfangen. Mich beruhigt dieser grünschwarze Filter vor der Welt ungemein. Ich muss nicht einmal schwer atmen. Kalt ist mir auch nicht, obwohl es in unserer Wohnung empfindlich an den Füßen zieht im Winter. Und wir hatten eben ja noch Januar.

Ich komme zu mir und schlage mein zweites Paar Augen auf. Langsam fährt der andere wieder hoch, der sich seit ein paar Minuten meinen Körper mit mir teilt. Die andere Rille scheint verwirrt, läuft aber immer schneller. Linksrum. Ich versuche mich anzupassen, uns in Einklang zu bringen bei 33 Umdrehungen pro Minute.

Wenn er schaut ist die Welt eher milchig, bevor sie jetzt klarer wird und so aussieht, wie ich mein Wohnzimmer erinnere. Das Röcheln der Kaffeemaschine hören wir bevor wir zweimal tief einatmen.

Ich nehme mir vor, mich mir vorzustellen, sobald wir aufgestanden sind.

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Zurück nach Westerland

Dein Name auf einer Kaffeetasse, das ist geblieben. Von den Sonnenstrahlen, dem Sand zwischen unseren Zehen, der bei jedem Schritt ein wenig hochgedrückt wird, wie Brotteig.

Von den klaren Spuren, die wir auf unseren Spaziergängen an der Kante zur See hinterlassen haben, ist nichts mehr übrig. Wenn der Schlager recht behält, ist die Ordnung wieder hergestellt. Keine Spuren im Sand sind von Dauer.

Namen auf Tassen hat noch keiner besungen. Das beschützt sie vor der Willkür und dem Schmerz der Nostalgie.

Die Regentropfen von letzter Nacht, nach ihrer Metamorphose von tosender Nordsee zu norddeutschem Nieselregen erschöpft, hängen lustlos an der Gartenbank. Jederzeit bereit, zu fallen. Sich ein weiteres Mal zu wandeln, in Grundwasser oder so. Überlegen vielleicht, sich der Flottbek anzuschliessen oder der Teufelsbek. Sinnig sich in die Elbe gleitend wieder in der Nordsee aufgehen; das ist ein Plan, ein guter wie ich finde.

Ob P. davon weiss? “Wasser plant nicht”, würde sie sagen. Und ohne den Kreislauf näher verstehen zu wollen, uns noch einen Kaffee aufbrühen. Mit springend kochendem Wasser, das wütend über die zerfetzten Kaffeebohnen herfallen würde; von einer Flut an Erinnerungen betäubt, und betrogen um die Reise zurück nach Westerland.

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Nach Finkenwerder mit der Fähre

Nach Finkenwerder rüber,
Fähre fahren,
in eine andere Welt.

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Original Morgenseiten

Die Idee ist einfach. Der Morgen ist noch frisch, der Tag ist jung. Da stechen noch nicht so viele Sorgen und Eindrücke in das weiche Fleisch meines Geistes. Die beste Zeit zu schreiben, hat jemand einst bestimmt. Und tatsächlich gibt es eine lange Tradition der so genannten “Morgenseiten”.

Was sind die Morgenseiten?

Das Schreiben von Morgenseiten ist eine Methode des Automatischen Schreibens, bekannt geworden aus dem Buch The Artist’s Way von Julia Cameron. Dieses Buch lehrt zerrüttete und verunsicherte Autoren und Künstler, auf den Pfad der Kreativität zurückzukehren und sich von der Angst zu lösen, die sie hindert und quält (Stichwort: Angst vor dem weißen Blatt Papier).

Morgenseiten zu schreiben, soll Künstler ermutigen, die inneren und äußeren Stimmen zu überwinden, die Negativität verbreiten.

Du bist nicht gut genug.
Jeder ist besser als du.
Du bist unwürdig, deine Arbeit ist unwürdig, warum also die Mühe?
Es hat keinen Sinn, es zu versuchen – du wirst nur scheitern.

Julia Cameron

Die Morgenseiten wurden ursprünglich entwickelt, um Künstlern zu helfen, ihre kreativen Blockaden zu durchbrechen und wieder ein kreatives Leben zu führen. Die Kraft der Morgenseiten beschränkt sich jedoch nicht nur auf kreative Tätigkeiten. Diese Technik des Tagebuchschreibens ist für jeden Aspekt des Lebens wertvoll, von der Ehe über die Kindererziehung bis hin zu den täglichen Stressfaktoren bei der Arbeit. Jeder kann damit beginnen, Morgenseiten zu schreiben, um seinem Leben Klarheit, Fokus und Richtung zu geben.

Morgenseiten in der Literatur: eine Form der Ecriture Automatique

Morgenseiten sind eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sagt mein Freund C. – und der kennt sich aus. Ich mache das aber anders und teile meine Morgenseiten hier im Blog oder per E-Mail Newsletter.

Wieviel schreibe ich denn eigentlich auf so eine Morgenseite?

Wieviel ist eine Seite in Zeiten von Docs? Google fragen, Google antwortet. Mit geliehenem Wissen. 500 Wörter sind eine Seite. In zwölf Punkt. Punkt.

Morgenseiten als E-Book

Ich schreibe Morgenseiten in Form des Automatischen Schreibens; und Du kannst das Entstehen eines „Original Morgenseiten“ Ebooks hier verfolgen.

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Podcast

2021 – The Return of Disco

Kosmische neue Vorsätze im Seuchenjahr 2021

2021 – the Return of Disco – wenn wir im Sommer wieder zusammen zappeln koennen

Der zweite Trailer / live on Tape Trailer für meinen neuen Podcast „Super POP“. Nachdem POP-Journalisten 2020 als Revival-Jahr des Disco feiern, was kommt dann 2021, wenn wir im Sommer wieder zusammen zappeln koennen?

Solo-Podcast Gedanken zum neuen Jahr. Ich wünsche euch alles Gute auf dass eure schraegen und besten Wüsche alle in Erfüllung gehen.

Weiterlesen:

Könnte Disco dem Pop die Zukunft ebnen?/ Could Disco Pave Pop’s Future?

https://www.rollingstone.com/music/music-features/disco-dua-lipa-doja-cat-the-weeknd-990437/
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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Muss gehen, will laufen

HC Andersen Gedicht ins Hawaiianische übersetzt und dann ins Deutsche…

Es kommt nichts wieder – alles verfliegt mit dem Wind. Das Rosige auf Deiner Wange wird vergehen. Deine Tränen gleich mit.

Warum traurig sein – die Schwere und der Kummer verschwinden doch auch.

Alles muss gehen, des Löwen Kraft und der Mann an Deiner Seite.

Alles ist verloren – verliert sich.

Jugend, die Zukunft ist noch Dein Freund. Doch wenn der Wind so weiter weht, kommt nichts zurück.

Frei nach H.C. Andersen, Übersetzung Erik Hauth, in Odense 2021.

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Schwarz weiß

Inzwischen hatte er sich beinahe daran gewöhnt, daß die Cherrytomaten vor ihm auf dem Tisch wie Sauerkirschen aussahen. Die abgeschnittene Hortensie wuchs nicht mehr, anders als Tulpen in ihrem feuchten Grab. So öffentlich tot, dass er sich nun, da „der Zustand“, wie er ihn nannte, seit mehreren Tagen anhielt, nicht erinnern konnte. An ihre Farbe.

Frühstück in s/w

Er war nirgendwo gegengestossen, nichts tat ihm weh. Auch nicht der grosse Zeh. Ein Gichtanfall war das wohl kaum, eher ein Sichtanfall. Er lachte bitter.

Sein Urin, das war immerhin komisch, schwankte zwischen hellgrau und dem, was ihn an vergilbte Dachpappe erinnerte.

Noch hatte er niemandem erzählt, dass er die Welt nur noch schwarz -weiß sah, in der Hoffnung, dass es im nächsten Moment, am nächsten Morgen einfach verschwand.

Er hatte Western von gestern immer geliebt, aber Teil von Festus Hagens Alltag zu werden, brachte ihn langsam um den Verstand.

Er beschloss hinaus zu gehen, sich auf die Straße zu wagen, auch wenn er gelbe von grünen Lichtern nicht mehr würde unterscheiden können.

Budni erkannte er. Am Logo. Und kaufte nur Dinge, bei denen der Produktname sofort verriet, was drin war. Spaghetti, Bolognese-Sauce (Bio), Lassi – Kräuter, nicht Mango. Den mochte er zwar lieber, aber er hatte Angst, dass das Goldgelb in s/w ihn sofort zum Kotzen brachte.

An der Kasse dann der Schock. Die übergewichtige Verkäuferin, die sich an ihm vorbei drängte und allen in der Schlange zurief, „Kasse drei macht auf“, war in Farbe. Sie lächelte ihn an, als er vor ihrer Kasse den Halt verlor und in den Stapel braune Kuchen fiel, der hinter ihm stand. KEMMSCHE stand drauf und die hatte schon seine Oma immer in den Kaffee gestippt.

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Knöf.

Photo credit: fraggy on VisualHunt.com

Mit der Kraft ist das so eine Sache, sagte mein Großvater immer. Sie gehorcht nur wild, steckt fest in eines Mannes Arm. Deswegen nennt man viele von ihnen vielleicht auch Armee?, wer weiß.  

Was ich weiß: sie vergeht. Ist im übernächsten Dorf so wenig zu spüren, wie im Übermorgen.

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Keep on blogging in a free world #facebookdown

Einsam surren die Server der größten privatwirtschaftlichen Nation in ihren Bunkern. Keiner erinnert sich an ihre Namen.

Wir, die wir auch von Auflösung bedroht sind, wenn man unsere Namen vergisst, stehen draussen vorm Silo und wundern uns: wo sind unsere Freunde, wo sind all die Momente unseres Lebens hin?

Sie sind noch da; wir können sie nur nicht sehen. Ein digitales Babel. DNS Server, die nicht auflösen. Hilflose Gesellen, ohne festen Wohnsitz.

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(B)Logbuch

Karlo sitz!

Blick über den Fjord.

Dean und ich sitzen bei Karlo und trinken nebenbei Bier. In der Hauptsache schauen wir den Touristen zu, die wahlweise widerwillig, belustigt oder ein wenig verschämt den umfunktionierten Sonnenschirmstil mit ihrer Tischnummer hochziehen, damit sie endlich bedient werden.

Das peinliche System hat sich Karlo ausgedacht. Dean meint, aus Boshaftigkeit, so wie Karlo überhaupt alles mit einer tief sitzenden Boshaftigkeit macht. Auch die Sachen, die er als gut vermarktet, wie die blutjungen Mädchen, die er angeblich persönlich anlernt. Die meisten bleiben nicht lange, wobei unklar ist, ob sie vor Karlos Avancen fliehen oder den schlappschwänzig geilen Anmachen der Stammgäste. Nur Magdalena ist noch da. Ist Ihre dritte Saison und damit Legende.

„Karlo macht für sie sogar Sitz“, meint Dean und verarbeitet mal wieder seine Lieblingsanekdote über Karlo. Der hatte letzten Sommer eine mollige Dame aus Brandenburg des Lokals verwiesen, weil sie einen Hund dabei hatte, einen Pudel mit deutscher Frisur, der partout nicht sitzen bleiben wollte und dem sie in schneller Abfolge immer wieder „Karlo sitz! zuschrie.

Wir lachen beide, legen noch einen langen Blick auf die still daliegende Ostsee und auf Magdalena, bevor wir uns auf den Weg machen.

Magdalena schaut kurz zu mir rüber, bevor sie sich mit gezücktem Portemonnaie an den Tisch mit der 23 stellt, die Stange emporgereckt, Ungeduld in Höchstform.

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(B)Logbuch

Fischköpfe gibts gratis

  1. Juni

Wenn es windstill ist, kann er immer schlecht schlafen. Heute wachte er gegen 6:30 Uhr auf und sprang trotz der bleiernen Müdigkeit, die sich vornehmlich in seiner Nackenmuskulatur konzentrierte aus der Koje. Es würde nicht besser werden, wenn er noch liegen blieb.

Von der Hitzewelle der letzten Tage war nichts übrig geblieben. Komisch, dachte er, wenn es so heiß ist, dass Dicke zerfließen, kann man sich gar nicht vorstellen, dass man mal wieder Hoodie tragen wird. Dann kommt einem der Sommer so endgültig vor. Ist er nicht, schon gar nicht hier oben im Norden.

Vor dem Hafenbüro war noch alles still. Nur zwei Schwäne putzten sich synchron das Gefieder. Knabberten mit ihren Schnabelspitzen vom Stiel nach oben ihre schlohweißen Federn sauber. Eine Meisterschaft auf Lebenszeit, war es nicht so, dass Schwäne ihr Leben lang zusammen blieben?

Nach den heißen Tagen, in denen die Netze der Fischer leer blieben, waren heute zwei mit Schollen in den Netzen wiedergekommen. Vor den Fischkuttern standen die üblichen Aufkäufer: Vietnamesische Restaurantbesitzer, polnische Männer, die während des Redens rauchten und zufällig vorbeigekommenen Touristen, die sich neugierig im Hintergrund hielten und an ihren Schalke 04 Sandalen gut zu erkennen waren.

„Ich hätte die Fische gerne mit Kopf“

„Ich hätte die Fische gerne mit Kopf“, sagte der Pole und war trotz Fluppe im Mundwinkel gut zu verstehen. An der Zigarette mit goldenem Filter hatte sich eine beeindruckende Asche gebildet hatte, die aber aus unerfindlichen Gründen nicht abfiel.

„Den Kopf muss ich abmachen“, entgegnete der Fischer im ortsüblichen Dialekt. „Aber ich kann ihnen die Köpfe separat einpacken“. Er machte eine kurze Pause und ergänzte: „Und ein paar mehr Köpfe kann ich ihnen auch noch dazu tun, wenn Sie wollen? Gratis.“

„Ja bitte“, sagte der Mann. „Die Köpfe sind für mich“.

Ein Tourist mit bunten Schlappen fing an zu kichern. Die vietnamesischen Männer drum herum schauten unbeteiligt und drängelten nun nach vorne. Köpfe gabs umsonst dazu; ein Glückstag. Wenn auch ein bewölkter.

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Das Grün.

Das Grün erhebt Anspruch.

Vom Boden bis Himmelblau.

Nur die Buche: Rot

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Nach draussen schauen

Schau doch Mal raus, Kleines. Es regnet draussen.

Hej, ein Bambus hat den Winter nicht überstanden. Wir haben es nicht mehr weit, dann ist es geschafft.

Alles wird grün. Und die Erinnerung an das Zehrende schwindet, wie bei jeder Geburt.

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Herzstich

Dein Kuss durchfährt mich,
Wie Nadel und Faden.
Jeder Atemzug ein Stich,
Trägt Deine Farben

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Die Sonne liegt tief

Jeder Morgen schön;
Laut das Gewimmel im Baum;
Die Sonne liegt tief.

Ein Altonaer Haiku.

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Ikonen

Diese Woche ist eine der Ikonen des Fussballs gestorben, Armando Diego Maradona. Nun, eigentlich ist nur der Mensch gestorben, der mit seiner aussergewöhnlichen Art Fussball zu spielen, dieser Ikone erst leben eingehaucht hat. Die Ikone selbst lebt natürlich weiter. Ist vielleicht jetzt, da der Mensch nicht mehr stört, lebendiger und größer, als je zuvor. Was muss das für ein Gefühl sein, von anderen Mitmenschen und Zeitgenossen in den Olymp gehoben zu werden. Zuerst ist es bestimmt toll. Aber irgendwie sehnen sich diese Wesen doch nach der guten alten Erde zurück, nehmen dafür Drogen und Abstürze in Kauf. So sehr wollen sie von da oben wieder weg. Und da macht es meiner bescheidenen Erkenntnis nach auch keinen Unterschied, welcher Herkunft diese Ikone ist. Maradona kam aus armen Verhältnissen, Che Guevara war Bürgersohn. Und Massenmörder. Trotzdem taugt er bis heute zur Ikone. Das 1960 von Alberto Korda aufgenommene Portait des zum „Commandante“ gereiften Arztes ist unverlassbare Heimat der Ikone, die dem lebendigen Che längst entrückt ist. Selbst mit dem Kommunismus hat diese nicht mehr viel am Hut. Man kann Eiscreme und Strampler ihr verzieren. Dass auch dieser Mensch aus Argentinien kam, spielt keine Rolle mehr. Ikonen sind dabei ziemlich machtlos. Sie können aufgeladen und wieder entladen werden. Bei Che Guevara, dessen kubanische Tagebücher mich wegen der Kälte faszinieren, mit der dieser Mensch anderen das Leben genommen hat, obwohl er als Arzt schwor, eben dieses zu schützen, hat mir die Ikone gleich mit vergällt. Anderen ist das egal. Sie laden Che mit dem reinen Widerstand auf, den sie dann auf Pegida-Demos tragen. Guevaras ikonische Fotografie auf den Bauch gedruckt. Er kann sich nicht mehr wehren, der Brutalisnki schweigt. Die Ikone wirkt. Wissenschaftlich klingt das dann so: „Pop-Ikonen bilden einen eigenen diffusen Horizont von Bedeutungen aus, der sich als Stil- und Design-Phänomen niederschlägt, so dass sie sowohl in eine ökonomische wie symbolische Zirkulation eingestellt sind. … Polit-Figuren wie Mao Tse-Tung oder Che Guevara, selbst Adolf Hitler, können zu Bild-Zeichen werden, die im populärkulturellen Gebrauch zu reinen Stil-Figuren absinken, die ursprüngliche Repräsentanz als Vertreter kultureller, ideologischer oder politischer Richtungen einbüßen und zu allgemeinen Indikatoren von Lebens- und Welthaltungen werden.“ Lexikon der Filmbegriffe der Uni Kiel Mir scheint es so, dass Ikonen gemeinsam haben, dass sie immer auch fehlbar sind, menschlich Fehlerhaft oder sogar Böse. Maradonas bizarre Auftritte auf den Rängen der letzten WM sind mir da noch gut in Erinnerung. Und werden bald verblassen. Während die Ikone überlebt, herausgelöst aus der Zeit, die sie prägte.
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Podcast

Ich, Paketannahmestelle für Terroristinnen

Als ich in die linke Tasche meiner Jacke fasse, raschelt es. Ich finde drei Einwickelpapiere von mini Daims. Ich erinnere mich nicht, sie jemals gegessen zu haben.

Ich werfe sie gedankenverloren in den Mülleimer, dessen ausgefeilte Klappdeckeltechnik nach zehn Jahren aufgegeben hat. „Ich kann ich mich nicht erinnern“, denke ich kurz, wann das noch heil war. Ich habe mich eingerichtet in dem Verfall. Ist mir immer noch lieber so, als die Anstrengung, das alles, diese vielen Kleinigkeiten zu reparieren oder weggeschmissen zu erneuern. Ich kann das alles sehr gut verdrängen, sehe nur ein kurzes Leuchten hinter meinem blinden Fleck.

Ihr wäre das alles aufgefallen. Und es hätte sie gestört. Unentwegt hätte sie Erneuerung und Engagement gefordert. Nicht zu verteidigen, weil sie ja immer recht hatte – eigentlich.

Der Bote mit dem fiesen Lächeln klingelt. Ich höre das schon an der Art, wie die elektronische Signalgeberin sich quält. Selbst diese einfache elektronische Schalte mag ihn nicht, da bin ich sicher. „Können Sie ein Paket fuer Wumsikowski annehmen, aus dem 5. Stock?“, fragt er rhetorisch und fügt heute eine geheuchelte Erklärung hinzu: „sind nicht da, hab geklingelt“. Meine Klingel zwinkert mir zu und schüttelt mit dem Kopf, ’nee, hat er nicht‘, will sie mir damit sagen.

Seit Corona muss man immerhin nix unterschreiben, keinen Kontakt mit der weltweiten Logistikkette riskieren, die neben Plattfernsehern und Schnellschleifern auch alles mögliche andere durch die halbe Welt kutschiert. Nachdem ich die Tür geschlossen habe, sehe ich mir das Paket kurz genauer an. Es ist flach und ganz und gar mit braunem Packpapier verschlossen.

Da dringt nichtmal Knoblauchgeruch durch, denke ich. Und wer war nochmal Finja Wumsikowski? Hatte ich diese Frau jemals gesehen? Im Treppenhaus? Vielleicht beim Vorübergehen. Eher Vorüberhuschen. Irgendwie tauchen in den letzten Jahren immer neue Leute hier auf, die ganz selbstverständlich den Schlüssel im schweren Schloss an der Haustür umdrehen. Wo kommen die alle her? Und wohin verschwinden sie wieder? Hat sich das mal einer gefragt, ausser mir jetzt?

Ob ich das Paket einfach aufmache? Immerhin habe ich ja den Empfang gar nicht quittiert. Neugier breitet sich in meinem ganzen Körper aus, fliesst durch meinen Kopf und erregt mich. Ich schüttele das Paket, aber es bewegt sich nichts.

„Es gibt keinen Weg zurück“, denke ich kurz, als ich die Schere aus der Küche an das braune, glänzende Paketband ansetze. Und wie stumpf und verrostet sie ist – die müsste ich eigentlich mal wieder schleifen, denke ich noch, bevor sich aus dem Paket etwas Bahn bricht – direkt in mein Gesicht.

Dieser Text ist in der surrealistischen Form der Ecriture Automatique aufgeschrieben. Photo credit: hombertho on VisualHunt.com / CC BY-NC-SA

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Silvester auf dem Altonaer Balkon

Ich lebe in einem Stadtteil von Hamburg, durch den immer mal wieder Menschenketten ziehen. Die einen werden von den lokalen Behörden umgeleitet, wie die Karawane von Drogendealern, die vor beinahe 20 Jahren an meinem Wohnzimmerfenster in Richtung Hafen und von dort zurück zum Altonaer Bahnhof wanderte, weil ihnen der direkte Weg versperrt war.

Andere, vor allem die regelmäßig wieder stattfindenden Prozessionen, verbietet die Polizei nicht (auch wenn da mindestens so viele Drogen im Spiel sind, aber darum soll es hier gar nicht gehen). Zu Ostern beispielsweise, schleppen junge und mittelalte Männer und Frauen kistenweise Bier an den Elbstrand. Die geübten Osterfeuerenthusiasten, meist die aus Pinneberg, einem Stamm aus dem Nordwesten, der immer mal wieder zum Saufen in Altona einfällt, setzen auf Schnaps; die mit Stil nehmen guten jamaikanischen Rum an das Ufer der Elbe mit — schicken ihn als Dora 12 nach Hause zurück. Im Sand lassen sie zersprungenes Glas und schleichen sich im Dunst des rauchenden Feuers in die S31.

Silvester soll nun das Böllern (und jede Form von Feuerwerk?) verboten werden. Es ist Corona-Time. Ausnahme formiert sich zum neuen Is‘-so Und das erste Mal in meinem Leben in Altona überlege ich ernsthaft, ein zweites Mal an Silvester zum Altonaer Balkon zu gehen. Denn, so kann man erwarten, fällt die Umland-Karawane dieses Jahr aus, steigt das Überlebensrisiko.

Wird es eine klare Nacht, wenn der Dunst verbrannten Schwarzpulvers aus Polen fehlt? Arbeiten da Menschen gegenüber im Hafen oder sind das Roboter, denen Pinneberg nichts sagt?

Ob sie auch dort gerade in den Himmel schauen?

Dieser Text ist nach der Methode der Ecriture Automatique geschrieben, und ein weiterer Versuch, mir das Bloggen wieder beizubringen. Abonniere meine Texte gerne und kommentiere, was Dir ge- oder missfällt.

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Wer bist du?

screenshot, Ausschnitt: wen Facebook mir vorstellen will

Ich brauche nicht viel. Wind weht um meine Nase. Das ist gut. Und doch gibt es eine Perücke, die mich zeigt. Die ich heute ziere und zeige. Mein Profil.

Ich mag es, wenn ihr reagiert. Es ist. Es fühlt sich lebendig an.

Und dann, wenn ich allem folge, das ich kenne? Dann wirst du fremd. Obszön fremd, denn wir haben soviel gemeinsam.

Wer bist du?

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Die Maske

Permanent vom gesunden Menschenverstand bewacht, geilt der Drang, den Käfig der Logik sprengen zu wollen.

Immer sich selbst wiederatmend, im eigenen Dunst erstickend, ist das Weglassen seine Revolution.

Und auf Twitter gibts Applaus.

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Auf Reisen

Café Caravela – Verreisen in der eigenen Stadt (Hamburg)

Kurze weite Reise: Portugiesische Cafés in Hamburg

Es gibt Reisen, die finden innerhalb der eigenen Stadt statt – und man hat trotzdem das Gefühl weit zu reisen. Diese kleinen Reisen, nehmen einen mit in eine andere Welt. Es riecht und duftet neuartig, die Worte und das Lachen klingen fremd. Hier fühle ich mich schnell zuhause.

Heute Morgen verschlug mich ein Termin nach St. Georg, einen der Stadtteile, die sich die Bohème in Hamburg seit den 70er Jahren erschlossen hat. Ich war hier lange nicht mehr und schlug meiner Gesprächspartnerin ein Café vor – dummerweise fand ich keines, das schon um 8:00 Uhr morgens auf hat. Bis auf die portugiesische Pasteleria „Caravela“.

Tolles portugiesisches Café in St. Georg

Manchmal führt eine kurze Reise ganz weit weg. In diesem Fall nach Portugal auf einen Galao (portugiesischer Milchkaffe, traditionell im Glas serviert).

Das Caravela scheint der Frühstückstreff vieler Handwerker zu sein. Portugiesisch mixt sich mit dem hanseatischen „Moin“. Ein toller Ort. — at Caravela Lange Reihe.

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Dialoge

Knust

Das ist eher so das Ende. Ein Knust ist eher so … der Anfang.

#Wortfetzen

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Wie den Lachsen

Der Kinderwelten entwachsen, ergeht s uns wie den Lachsen. Das Salz der See zu schmecken, die eigenen Flügel recken. Der Geborgenheit entfliehen, um größere Kreise zu ziehen.

Für Emily

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Blaue Stunde

Die blaue Stunde erwacht
Tor zur Nacht
Diffus leuchtet die Welt

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Regungslos

Sind wir davon, weit und weg
Wartet alles nun
Regungslos stoisch auf Rückkehr

Ein Haiku aus W.
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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Reeperbahn Haiku

„Jede Nacht greller Wahn
Noch immer nicht tot
— meine Reeperbahn“


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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Nebel in Bergamo

Der Nebel fällt
Wo eben noch die Sonne
Bergamo im Dunst

Ein Haiku auf dem Weg nach Brescia, November 2019

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Auf Reisen

Die schönsten (und besten) Strandhotels in Florida

Von einer Fünf-Sterne-Herberge am Strand von Miami bis hin zu einem Campingplatz auf Floridas Inseln mit weißem Sandstrand – hier finden Sie meine persönliche Auswahl an schönen Strandunterkünften im Sunshine State.

Unsere

Meine Top 10 Strandhotels in Florida

  1. Posh South Beach, Miami
  2. Catalina Hotel und Beach Club, Miami
  3. North Beach Camp Resort, St. Augustine
  4. Perry’s Ocean Edge Resort, Daytona Beach
  5. Pier House 60 Marina Hotel, Clearwater Beach
  6. Pines & Palms Resort, Islamorada
  7. Ringling Beach House, Siesta Key, Golf von Mexiko
  8. Red Coconut RV Resort, Fort Myers Beach
  9. Ibis Bay Beach Resort, Key West
  10. Surf Studio Beach Resort, Kakao-Beach

Unsere Bewertungen im Detail:

Strandhotels in Miami Beach, Florida

Der Sunshine State verfügt über mehr als 600 Meilen Strände, von denen einige zu den besten der Welt zählen. Egal, ob Sie Atlantische Ozeanwellen an Floridas Ostküste fangen oder Ihre Zehen in den pudrig-weißen Sand einer der Barriereinseln der Golfküste entlang des Westens gleiten lassen, hier ist unsere Auswahl der besten erschwinglichen Unterkünfte. Alle Preise verstehen sich zzgl. 12,5% Hotelsteuer.

Posh South Beach, Miami, Miami

Floridas glamourösester Strand bietet überraschend viel für den Budget-Reisenden. Der Posh South Beach ist ein Multimillionen-Dollar-Haus, das zu einer Fünf-Sterne-Herberge umgebaut wurde, nur einen Block hinter dem Strand und Miamis berühmtem Ocean Drive.

Luxuriöse Akzente setzen ein Dachpool, ein großes Wohnzimmer und eine Küche mit Granitarbeitsplatten sowie elegante Bäder, die über einen mit Spiegeln und Föhn ausgekleideten „verwöhnten“ Flur erreicht werden. Es gibt drei Schlafsäle (geteilt, nur Männer und Frauen) mit einer unterschiedlichen Anzahl von Etagenbetten, alle mit Memory-Schaummatratzen.

Außerdem können Herbergsgäste alle Einrichtungen (und die Happy Hours) der benachbarten Whitelaw Bar und Lounge sowie acht weitere stilvolle Art-Deco-Hotels (darunter die Catalina) nutzen, die alle in einem Umkreis von wenigen Kilometern liegen und von derselben Muttergesellschaft betrieben werden. Kinder sind nicht erlaubt, aber im Gegensatz zu anderen Herbergen in Miami gibt es keine Altersgrenze.

poshsouthbeach.com, +1 305 398 7000, Betten ab $27, inklusive Frühstück

Catalina Hotel und Beach Club, Miami, Florida, Florida

Wenn Sie in South Beach feiern wollen, aber keine South Beach Preise zahlen wollen, dann ist das Catalina vielleicht die Lösung – solange es Ihnen nichts ausmacht, ein bisschen Druck auszuüben.

Dieses Boutique-Hotel, nur einen Block vom Strand entfernt, verfügt über alle Annehmlichkeiten eines Boutique-Hotels, verfügt aber über „kompaktere“ Zimmer für diejenigen, die ihr Geld lieber für Cocktails sparen möchten.

Die „petite“ Zimmer sind „perfekt für eine Person, eng zusammengedrückt für zwei Personen“, während die „budget“ Zimmer zwei Personen Platz bieten, aber nur 125 Quadratmeter groß sind. Aber egal, welche Zimmerkategorie Sie buchen, Sie erhalten immer Tempur-Pedic Matratzen, belgische Bettlaken, Gänsedaunen und Kissen, und die Nutzung der beiden Restaurants des Hotels, zwei Pools (eines davon ein Dachpool mit luxuriösen Sonnenliegen) und vier Bars mit nächtlichen Happy Hours, plus kostenloser Fahrradverleih und Flughafen-Shuttle.

Das Hotel hat sogar seinen eigenen privaten Strandabschnitt von South Beach, mit kostenlosen Liegestühlen und einer Bar. Das Catalina Hotel wurde vor kurzem in einer Reality-TV-Serie in den USA vorgestellt und enthüllt, wie die Mitarbeiter des Hotels so hart gefeiert haben wie die Gäste.

Wenn Sie eine ruhige Nacht wünschen, ist dies nicht der richtige Ort, aber wenn Sie sich der verrückten South Beach-Crowd anschließen wollen, sollten Sie die Catalina in Betracht ziehen.

Catalinahotel.com, +1 305 674 1160, Zimmer ab $85

North Beach Camp Resort, St. Augustine

Dieser 30 Hektar große Familiencampingplatz befindet sich auf einer Barriereinsel zwischen einem wilden Atlantikstrand (wo die Sonne aufgeht) und einem ruhigeren Strand am Salzwasserfluss Tolomoto (wo er untergeht). Nur 4,5 Meilen nördlich des historischen St. Augustine befindet sich die Anlage im Besitz der Usinas, einer der vielen menorquinischen Familien, die 1768, als sie noch unter britischer Herrschaft stand, als Diener nach Florida gebracht wurden, aber entkamen und sich in North Beach niederließen. Die Familie betreibt nun auch zwei fantastische Nachbarrestaurants – Reef (oceanside) und Aunt Kate’s (riveride) sowie lokale Sightseeing-Kreuzfahrten (Campingplatzgäste erhalten einen Rabatt). Es ist ein malerischer Campingplatz, mit geräumigen Zelt- und Wohnmobilplätzen, die zwischen Palmen und moosbewachsenen Eichen verstreut sind, die von den Meereswinden in seltsame Formen getrieben werden und lebenswichtigen Schatten spenden. Ein- und Zweibettkabinen verfügen über große Decks, Schaukelstühle und Grillplätze in Königsgröße. Es gibt einen Pool, Basketballplatz, Shuffleboard, Hufeisen und ein Angelsteg. Bring deinen Fang zu den Köchen von Tante Kate und sie werden ihn für dich kochen.

Northbeachcamp.com, +1 904 824 1806, Camping/RV Stellplätze ab $45 pro Nacht, Hütten ab $110 pro Nacht für zwei Personen, Mindestaufenthalte an Wochenenden und Feiertagen, extra Gäste $10 pro Nacht

Strandhotels Daytona Beach

Quirlig, lebendig. Das Gegenteil von schnuckelig. Daytona, im Norden Floridas

Perry’s Ocean Edge Resort, Daytona Beach

Familienbesitz seit 1941, neues Management und eine kürzliche Renovierung haben diesem Daytona-Liebling ein neues Leben eingehaucht. Familien lieben die drei Pools, Volleyball, Shuffleboard und andere organisierte Spiele, und die hausgemachten Frühstückskrapfen sind legendär geworden. Die meisten Suiten haben Küchen und Familiensuiten haben separate Etagenbettzimmer für die Kinder. Es ist nicht das schönste Hotel, aber es liegt direkt am Strand und die meisten seiner über 200 Zimmer haben Meerblick. Dank des dicht gepackten flachen Sandes ist Daytona Beach einer der wenigen Strände der Welt, an denen man legal fahren kann. Nicht alles davon, aber eben nur bestimmte Abschnitte – und das mit strengen Auflagen. Wenn Sie keine eigenen Räder haben, können Sie Strandkreuzer, Cabrio-Sportwagen oder Trikes mieten. Daytona wird während der Frühlingsferien und für die Daytona 500, ein berühmtes Autorennen, überfüllt, aber den Rest des Jahres ist es ein entspannter, familienfreundlicher Ort, wo Perry’s zu einer vielbeachteten Institution geworden ist.

+1 386 255 0581, perrysoceanedge.com, ab $79 pro Nacht

Pier House 60 Marina Hotel, Clearwater Beach

Bleiben Sie mitten im Geschehen am Clearwater Beach, einem der lebendigsten Badeorte an Floridas Westküste. Pier House 60, benannt nach Clearwater’s berühmtem Pier, ist eines der neuen Hotels, die hier in den letzten Jahren eröffnet wurden und liegt direkt gegenüber dem Strand.

Die Dachbar im 10. Stock hat sich bereits den Ruf erworben, der beste Ort zu sein, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Verpassen Sie nicht die nächtlichen Straßenkünstler am Pier oder die großzügigen Portionen Meeresfrüchte-Favoriten im Frenchy’s Rockaway Grill, direkt am Strand. Die Speisekarte ist riesig.

Nur eine Meile entfernt befindet sich das Clearwater Marine Aquarium, in dem Winter der Delphin, der Star des Erfolgsfilms Dolphin Tale, zu Hause ist.

Pierhouse60.com, +1 727 683 0002/855 859 2952, Zimmer ab $129 pro Nacht, inkl. Frühstück

Pines & Palms Resort, Islamorada

Dieses idyllische Resort am Meer verfügt über 25 niedrig gelegene Bungalows, die mit hübschen pastellfarbenen Blau- und Violett bemalt sind. Es ist in Islamorada, einer Ansammlung von sechs Inseln in den Upper Florida Keys, bekannt als die Sportfischerei-Hauptstadt der Welt.

Das Resort hat seinen eigenen kleinen privaten, künstlichen Strand mit nur etwa einem Dutzend Sonnenliegen und einer doppelten Hängematte zwischen den Palmen. Angelstege ragen in das ruhige türkisblaue Wasser hinein und man wird Ihnen verzeihen, wenn Sie denken, dass Sie sich in der Karibik befinden.

Es gibt einen beheizten Süßwasserpool und eine intime Tiki-Bar, in der Cocktails, Wein, Bier, Smoothies und Limettenkuchen serviert werden. Biegen Sie rechts vom Resort ab, um das Morada Bay Beach Café zu besuchen, das für seine Sonnenuntergangspartys berühmt ist, und um das malerische kleine Aquarium von Islamorada, Theater of the Seas, zu besuchen.

Biegen Sie links ab zu Robbie’s, einem alten Yachthafen im Keys-Stil und der Islamorada Institution, wo Sie ein Fischerboot oder ein Kajak mieten können, um die Mangroven zu erforschen, den riesigen Tarpon zu füttern, zu schnorcheln oder in Garnelen oder geschwärzten Zackenbarschen zu stecken, am Hungry Tarpon, einer charmanten Strandhütte mit atemberaubenden Ausblicken am Hafen.

pinesandpalms.com, +1 305 664 4343/800 624 0964, Zimmer ab $110

Schöne Strandhotels an der Westküste Floridas

Ringling Beach House, Siesta Key, Golf von Mexiko, Florida

Sarasota’s Siesta Key wurde 2011 vom Strandliebhaber Dr. Beach zum besten Strand der USA gewählt und ist ein 8 Meilen langes weißes Sandparadies, gesäumt von wunderschönen Häusern direkt am Strand.

Es gibt nur ein einziges Hotel direkt am Strand – das Fünf-Sterne-Hyatt – aber es gibt mehrere hübsche, pastellfarbene Unterkünfte auf der anderen Seite der Strandstraße. Eines der süßesten ist das Ringling Beach House: Es ist flach, zurückhaltend, entspannt und nach den Ringling-Brüdern benannt, deren Zirkusimperium hier in Sarasota begann.

Jeder der 10 Bungalows ist nach Zirkus-Acts benannt – Ring Master, Lion, Seal, Clown – und verfügt über Küchen, gemütliche Wohnräume und kleine Holzterrassen mit bonbonfarbenen, muschelförmigen Sonnenstühlen. Es gibt zwei Pools (einer beheizt, einer nicht beheizt), während der Strand auf der anderen Seite der Straße liegt und einen sandigen Pfad durch grasbewachsene Dünen entlang führt.

Nur wenige Blocks entfernt liegt das Siesta Key Village mit seinen schrulligen Bars, Fischrestaurants, Eisdielen und Strandgeschäften.

ringlingbeachhouse.com, +1 941 349 1236, Bungalows ab $160 für vier Personen

Red Coconut RV Resort, Fort Myers Beach

Diese Vintage RV Resort ist die einzige in Florida, wo Sie Ihr Campingfahrzeug direkt am Strand parken können. Leider gibt es nur 41 erstklassige Strandpunkte und man muss im Voraus buchen, um sich einen zu sichern, besonders in den Wintermonaten, wenn sie von so genannten Schneevögeln (Amerikaner aus den nördlichen Staaten, die wegen der Wintersonne nach Florida ziehen) geschnappt werden.

Um einen Platz direkt am Strand zu bekommen, ist es vielleicht besser, im August und September zu fahren, wenn es ruhiger ist. Alternativ, bleiben Sie nur über die Straße, wo es viel mehr Wohnmobile und Wohnmobile zu vermieten gibt. Der Park hat eine treue Anhängerschaft von Stammgästen und ein freundliches Gemeinschaftsgefühl.

Viele Stammgäste schließen sich den Eigentümern und Mitarbeitern für ihre jährlichen Treffen an: Thanksgiving, Weihnachten, Ostern und die Super Bowl Party. Es gibt einen chinesischen Imbiss und ein sehr gutes deutsches Restaurant vor Ort, während das sieben Meilen lange Fort Myers Beach mit strohgedeckten Tiki-Bars übersät ist.

Nehmen Sie an den Feierlichkeiten zum Sonnenuntergang im Outrigger Beach Resort teil oder speisen Sie in der Nervösen Nellies oder Smokin‘ Oyster Brewery (SOB) am nahegelegenen Times Square.

redcoconut.com, +1 239 463 7200, Wohnmobilstellplätze ab $67, Strandstellplätze ab $89-$108, Mobile Homes ab $110 pro Nacht

Die schönsten Hotels auf den Florida Keys

Ibis Bay Beach Resort, Key West

Es ist schrullig und lustig und einer der erschwinglicheren Orte, um in Key West, dem südlichsten Punkt der Florida Keys, zu übernachten. Das Resort hat eher ungewöhnliche Akzente, darunter ein Willkommenspapagei, zwei Riesenschildkröten, ein Känguru (nicht echt) und wöchentliche „Dive-in“-Filme, die auf einem 20-Fuß-Bildschirm neben dem Schwimmbad gezeigt werden. Die Zimmer sind klein und einfach, aber hell und fröhlich dank der tropischen Wandmalereien von lokalen Künstlern und der persönlichen Sammlung des Besitzers von Surfbrettern, Angelruten und allem anderen, was ihm ins Auge fällt. Alle, bis auf einige wenige Zimmer, haben angrenzende Hängematten und einige wieder einen kleinen künstlichen Strand. Um den Platz zum Sonnenbaden zu erweitern, hat das Resort vor kurzem ein großes hölzernes Sonnendeck hinzugefügt, das sich über das Wasser erstreckt. Mieten Sie einen seiner Jetskis, um die nahegelegene Insel zu erkunden, ein Zufluchtsort für den Ibis-Vogel, oder nehmen Sie eines der neuen Kajaks mit Glasboden, die mit LED-Leuchten ausgestattet sind. Oh, und wenn Sie Zeit haben, vergessen Sie nicht, auch Key West zu besuchen!
ibisbayresort.com, + 1 305 296 1043, Zimmer ab $109

Surf Studio Beach Resort, Kakao-Beach

Östlich von Orlando erstreckt sich Floridas Space Coast 72 Meilen entlang des Atlantiks, von Titusville bis Cocoa Beach und dann weiter südlich bis Melbourne. Wie der Name schon sagt, beherbergt es das Kennedy Space Center und Cape Canaveral, aber auch einige der besten Surfstrände Floridas. Am nächsten zu Orlando (eine Autostunde entfernt) liegt Cocoa Beach, der auch vom US-Strandexperten Dr. Beach in diesem Jahr hoch bewertet wurde. Mit direktem Strandzugang ist das Surf Studio Beach Resort ein beliebtes Motel in Familienbesitz mit 11 Zimmern, sieben Suiten mit Küchen (zwei davon mit Meerblick), einem großen Pool direkt am Meer und einem 125-Fuß-Sonnendeck, von dem aus man den Absturz der Atlantikwellen hören kann.

Das Motel wurde 1948 von Norman Greenwald, einem jungen New Yorker, der seine Sommer in Miami verbrachte und als Rettungsschwimmer arbeitete, erbaut. Er diente im Zweiten Weltkrieg und gelobte, dass er sich, wenn er überlebte, seinen Traum vom Bau eines kleinen Motels an der Ostküste erfüllen würde. Er hielt sich an sein Wort und ein paar Jahre später hatte Norman eine Urlaubsromanze mit einer der Gäste, Helen, die seine Frau wurde. Ihr Sohn, Gregg, leitet jetzt den Laden.

Das Motel befindet sich an einem ruhigen Ort, aber wenn Sie mehr Action am Strand erleben möchten, können Sie sich an der Party auf dem Stranddeck im Restaurant / Bar Coconuts on the Beach beteiligen, einen Spaziergang am historischen Pier machen oder sich in Ron Jon’s berühmtem Surfshop mit einem coolen Kit eindecken. Ron’s Flagshipstore ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr geöffnet.

surf-studio.com, +1 321 783 7100, Zimmer ab $110

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Jetzt auf See und dann kein Schiff

Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten Seenot-Moment in meinem Leben: wir segeln zu dritt auf der Nordadria als von Lee eine schwarze Wand aufzieht. Das Grosssegel bekommen wir gerade noch runter, die Fock, ohnehin schon eine kleine Solent Jib, reißt als 12 Windstärken in unser Rigg knallen. Wir sind urplötzlich nur noch einen kleinen weiteren Riss von einer Seenot  entfernt, mitten auf der kochenden Adria mit einem kaputten Vorsegel und einem kaum laufenden Diesel.

Als ich die Funke anschmeisse, höre ich auf Kanal 16 lauter Mayday-Rufe; nur deswegen setze ich selbst keinen ab. Das verzweifelte Rufen eines Jungen auf einer schwedischen Yacht klingt mir heute noch in den Ohren. Nach alter Tradition nehmen wir unsere persönlichen Papiere an uns, damit wir später identifiziert werden können, falls wir das Schiff verlieren und kämpfen uns 12 Stunden durch den nicht nachlassenden Sturm.

Ich kann meiner inneren Tankanzeige zusehen, wie mein Körper in der nassen und zehrenden Umgebung an Kraft verliert. Viel länger hätten wir nicht durchgehalten, als wir in Mali Losin Schutz in einer Bucht finden.

Die raue, aufgewühlte See lässt im gesündesten Selbstvertrauen einen kalten Horror entstehen, den sich Landratten einfach nicht vorstellen können.

Dabei lag zwischen uns und dem Untergang noch eine seegängige Jacht, und eine Seenotrettungsorganisation, die uns ohne zu zögern einen Hubschrauber aus Pula geschickt hätte; ich kann also nur schwach erahnen, was es heißt, entkräftet, durstig und am ganzen Wesen klamm an einem Stück Plastik treibend, sich dieser Hoffnung fressenden Kraft gegenüber zu sehen.

„Jetzt auf See und dann kein Schiff“

Meine Omi angesichts schlechten Wetters.

Meine Vorfahren waren Fischer aus einem kleinen Dorf an der Elbe; in früheren Zeiten war es normal, Verwandte und ganze Männergenerationen an die Nordsee zu verlieren. Vielleicht entstammt dieser Erfahrung mein tiefer Respekt gegenüber Seenotretter_innen und dem Kodex, der auf See alle Menschen gleich macht. Denn das sind wir alle, die wir auf den Meeren fahren – im Angesicht der grauen, Lebenskraft saugenden See.

Seenotrettung ist kein Verbrechen sondern menschliche Pflicht; jahrtausendealt.

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Jeder Atemzug

Jeder Atemzug,
So einzigartig wie ein Flügelschlag.
Und der Himmel schweigt

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(B)Logbuch

Blick von der Mole

Episode 1 des ersten Bandes „Logbuch eines Liveaboards“, das Du auf Substack abonnieren kannst.

Seit Tagen schon wehte ein strenger Ostwind in die Förde, drückte das Wasser von einem Teil der Ostsee in den anderen. Die Mole des kleinen Hafens an der Nordküste der großen Bucht widerstand schon seit hundert Jahren dem Lecken der Wellen. Schob das, was an Energie übrig war, peitschend über den Rand der mächtigen Steinmole.

Wie jeden Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang, machte sich Thieß, der Hafenmeister, auf den Weg, die drei Flaggen am Südende der Mole einzuholen; nur um sie Sysiphos gleich, am darauf folgenden Morgen wieder aufzuheissen.

Von Land aus gesehen die Flagge des Landes, dann die der Provinz, in der sein Hafen lag und zuletzt die stolze Flagge des kleinen Ortes. Letztere erneuerte er öfter. Sie sollte sauber flattern und sich nicht zerfleddert seinen Gästen zeigen, die seinen Hafen meist nach einer kräftezehrenden Überfahrt zum Einklarieren aufsuchten.

Zum Land, zu Staaten an sich, hatte Thieß, der von seinen Freunden ”Hauke” genannt wurde (warum weiß eigentlich keiner mehr genau), keine ernsthafte Beziehung. Nationalstolz lag ihm fern, so wie große Ambitionen oder Prahlerei. Letztere war ihm sogar ausgesprochen zuwider.

Thieß huschte gekonnt unter einer Gischtwolke durch und begann die Flaggen einzuholen, als ein später Gast von See aus anrollte. Die über Tage aufgebauten Wellen schoben die Segelyacht von einer auf die andere Seite. Der Skipper, das konnte er sehen, hatte alle Mühe, das Boot auf die kleine Einfahrt zwischen den Molenköpfen zuzusteuern; wie ein Betrunkener wankte das Schiff bedrohlich hin und her, ehe es mit heftigem Schwung auf einer großen Welle in den Hafen glitt. Danach beruhigte sich die Yacht schnell und der Hafenmeister sah den Steuermann aufatmen.

Die Flaggen unter dem Arm winkte er dem Menschen unter dem dicken Ölzeug zu und deutete auf einen Steg in der Nähe, von dem er wusste, dass dort noch Plätze frei waren. Thieß konnte nicht erkennen, wer sich unter der tief im Gesicht sitzenden Kapuze verbarg. Auch nicht, dass dieser Gast eine Weile bleiben sollte – als so genannter Liveaboard: Menschen, die auf ihren Segelbooten leben, moderne Nomaden der See.

Er schlug arglos und entspannt seinen Kragen auf und versuchte möglichst trocken sein Büro zu erreichen. Es war inzwischen beinahe dunkel und die Kälte der Frühlingsnacht senkte sich schnell auf den kleinen Hafen.


Pit, der Segler, hatte seine schwedische Segelyacht aufgeklart, die Leinen noch einmal gecheckt und mit dem Landanschluss an der Ostmole des kleinen Hafens verbunden. Wohlige Wärme strömte aus dem Konvektor unter Deck, als er sich ein Anlegebier aufmachte.

Das kühle, prickelnde Bier spülte das Salz weg, das überall in seinem Bart hing. Das Bier in der Hand schaute er aus dem Niedergang auf das kleine Dorf, seufzte kurz und entschied, sich ab morgen wieder um seine Probleme mit den Leuten in der großen Stadt zu kümmern. Für heute war er zu müde. Die Koje rief und es dauerte keine fünf Minuten, bis er in einen tiefen Schlaf sank.

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Haikus, Gedichte und andere kurze Gedanken

Time Magazine Cover: Die Zukunft ist weiblich

… besser gesagt: ist es die Gegenwart bereits.

„2019 ist auf dem besten Weg, den höchsten Prozentsatz an TIME-Covern zu haben, die nur Frauen enthalten. Einmalig in der fast 100-jährigen Geschichte des Magazins.“

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Ick heff di lev

N beden scheef het Gott lev Moin, schön, dass Du zu meinem Blog gefunden hast. Ich blogge seit 2004 und schreibe hier alles Mögliche in mein digitales Kladdebuch: Texte in Form der Alt-Lit (Alternative Literature), manchmal mithilfe der „Ecriture Automatique“ einer Literatur-Methode, die im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts seine Blüte hatte. Die Form variiert, von kurzen Gedichten und Gedanken zu autofiktionalen Geschichten. … und einem Podcast.

Aktuelles Format: 500 Zeichen am Morgen

Seit 2023 schreibe ich mehrtäglich kurze Geschichten, Dialoge und Gedanken in 500 Zeichen Prosagedichten – und versende sie in meinem Newsletter.

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