„Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser“.
„Ist die nicht längst tot?“
„Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser“.
„Ist die nicht längst tot?“
„Das gibt’s doch gar nicht“, dachte ich, als ich kurz vor sechs die Post betrat. Kein Mensch vor mir, keine Schlange und Menschen an den Schaltern, die mich erwartungsvoll ansehen.
„Kein schlimmes Einschreiben bitte“, scherze ich.
„Menschen mit der richtigen Mütze bekommen nur gute Briefe“, sagt der Schalterbeamte. Als ich fragend einfach so dastehe, ergänzt er: „Die von Baumgart“.
Ich löse das Mißverständnis nicht auf.
Als ich gehe, ruft mir der Mann hinterher: „Sie können gerne wiederkommen“.
Eben bei Tengelmann in München-Moosach, einem kleinen Supermarkt mit Brezelbäckerei, wie man sie oft in Bayern findet. Ich lege meinen kleinen Einkauf auf das frisch gewienerte Förderband und bezahle mit EC-Karte.
Als die Kassiererin routiniert in einer fließenden Bewegung den Bon und den EC-Beleg aus dem kleinen Drucker zieht, sagt sie ebenso routiniert: „Hier bitte noch ein Autogramm“.
„Für wen?“, frage ich, während ich sie anlächele.
„Fur Michi“, sagt sie und lächelt zurück.
Eine Gruppe Jungs steigt in Altona zu. Alles große Männer, von ihrer Stiefelgröße her gedacht.
Vor einem Jahr war das noch “Gefahrengebiet”, sagt der eine. Die anderen nicken; sie wissen, was das bedeutet.
Gemurmel, „Hihihi“ macht einer —Teenagerkram. Sie steigen aus; einer von ihnen sieht mich kurz an. Ich erkenne Erkennen.
“Grüß Deinen Alten, ja?“, sage ich. Der junge hübsche Kerl nickt.
Kurz ist der coole Mann wieder der Sohn, der früher auf dem Fischi um unsere Knie herum Fußball spielte.