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Silvester Elfchen

Silvester

Letzte Stunde

Warten wird lang

Wie war sie nochmal?, wie fühlte sie sich an?, die Wärme Deiner Worte, die Hitze der Sonne, das Streichen des milden Sommerwindes, der aus Ost kam und sechs Wochen lang jede Feuchtigkeit aus der Erdkrume und meiner Haut zog. Das Eintauchen ins Meer. Das Duschen am Steg. Diese herrliche Gänsehaut, das Sekundenfrösteln an einem warmen Tag, an dem es nicht richtig dunkel werden wollte. Weisse Segel. Der Blick gerichtet auf den Horizont.

Verweht.

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Knutschen statt Böllern

Ich erinnere gar nicht mehr, wann ich zu Silvester meinen letzten Schinken D-Böller gekauft habe.

Hatte keine Lust mehr, rumzuböllern. Wollte lieber tanzen und Sekt trinken.

Ein Schinken D-Böller

Ich weiß noch: irgendwann wollte ich mal wieder das „Feeling“ von früher… und war ent angeödet vom Knallen. Hab den Rest verschenkt — und bin zurück zu den coolen Hoschies: champagnerdun bis morgens ins Neujahr tanzen. Das ist schöner.

Großes Feuerwerk finde ich immer noch toll. Weil man es gemeinsam angucken, knutschen und dabei Sekt trinken kann.

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Ayatollah

Ich hatte mal einen Lehrer, der war aus der dunklen Zeit übrig geblieben. Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Deutschen Sprache und Träger eines mächtigen weißen Bartes, der zu seinem Spitznamen führte: Ayatollah.

In seinem durchaus erkennbaren Bemühen, uns Sprache und Weltgeographie beizubringen, regte er sich oft über die Verkürzungswut der Engländer und all ihrer Ableger auf. Es hieße doch nicht ohne Grund “Omnibus”, eben der für alle. “Bus” dagegen bedeute gar nichts mehr. Sei ein leeres Wort. Auf dem Altar der Kürze geopferte Sprache.

Wie der Ayatollah mit Vornamen hieß, weiss ich nicht mehr.

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Kurze Vornamen

Ist euch schonmal aufgefallen, dass einige Namen ohne den Vornamen komisch klingen. Mister King klingt doch irgendwie anders als Stephen King, oder? Die Kraft von Vornamen sollte man kennen, bevor man eigene Kinder bekommt. Denn jeder hat einen und jeder bedeutet etwas, insbesondere für denjenigen, der ihn hört.

Ich mag kurze Vornamen. Habe aber auch selber einen, den man kaum noch kürzen kann. Das schaffen nur die Amis, die alles kürzen, no matter what. Erik in Rik in meinem Fall.

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Ein Amerikaner am Millerntor


Eine Nacht auf St. Pauli


Es war eine kalte Nacht in St. Pauli, der Wind trug den Duft von Zigarettenrauch und Freiheit mit sich. Der Millerntorplatz erwachte zum Leben, als der Amerikaner seinen Weg durch die schummrigen Straßen bahnte. Seine Augen spiegelten die Spuren einer durchzechten Nacht wider, aber die Neugier, die seinen Blick begleitete, verriet, dass dies erst der Anfang war.

Die Reeperbahn, ein Labyrinth aus Lichtern und Versuchungen, hatte den jungen Studenten fest im Griff gehabt. Die roten Leuchtreklamen flackerten in der Nacht, ein verführerisches Ballett aus Ablenkungen. Doch nun, in den frühen Morgenstunden, suchte er nach einer anderen Art von Aufregung – dem pulsierenden Herz von St. Pauli, dem Stadion des FC St. Pauli.

Der Amerikaner betrat das Millerntor mit der Unsicherheit eines Fremden, der sich in einem unbekannten Land verliert. Die Ränge reckten sich in den Himmel, und die Mauern trugen die Geschichten vergangener Siege und Niederlagen. Ein Platz mit Charakter, durchtränkt von der Energie seiner Fans.

Die Sonne kämpfte sich mühsam durch die Wolken, als der junge Mann seinen Platz in der Fankurve fand. Gesänge, so laut wie die Brandung des Ozeans, umgaben ihn. Menschen in Braun-Weiß, wie eine Welle von Leidenschaft, die das Stadion durchströmte. Hier, zwischen den rauchgeschwängerten Liedern und dem rhythmischen Klatschen, wurde der Amerikaner Zeuge einer anderen Art von Kultur.

Das Spiel begann, und die Intensität auf dem Feld übertrug sich auf die Ränge. Die Emotionen schwangen wie ein Pendel zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Jeder Pass, jeder Torschuss war ein Kapitel in einer Geschichte, die sich vor den Augen der Fans entfaltete. Der Amerikaner, der bisher nur die entfernte Resonanz des Fußballs gekannt hatte, spürte hier eine Verbindung zu etwas Größerem.

Es war, als ob die Zeit stillstand, während der Ball über den Rasen flog. Der Amerikaner wurde Teil einer Gemeinschaft, die nicht nur das Spiel, sondern auch die Leidenschaft teilte. Jeder Jubel, jeder gemeinsame Atemzug schweißte die Menschen auf den Rängen zusammen. Es war mehr als ein Sport – es war ein Ritual, eine Hymne des Lebens.

Inmitten des Fandramas sah der Amerikaner die Schönheit des Moments, eingefangen in der Einfachheit eines Tores, des kollektiven Aufschreis und der Umarmungen, die wie Balsam für die Seele wirkten. Es war, als ob der Fußball selbst die Sprache der Herzen sprach, eine universelle Verbindung, die über Grenzen hinweg reichte.

Die Nacht auf St. Pauli hatte den Amerikaner verändert. Die Reeperbahn, die in den frühen Morgenstunden so verführerisch gewesen war, trat in den Hintergrund. Vor ihm lag ein Stadion, ein Mikrokosmos der Emotionen, der die Essenz des menschlichen Lebens eingefangen hatte – die Freude des Triumphs, die Bitterkeit der Niederlage und die Gemeinschaft, die in diesen Momenten entstand.

Als die letzten Minuten des Spiels verstrichen, spürte der Amerikaner, dass er nicht nur ein Zeuge, sondern Teil dieser Geschichte geworden war. Der Abschied vom Millerntorplatz war ein leiser, aber bedeutungsvoller Moment. Der Wind trug die Erinnerungen der Nacht fort, während der Amerikaner mit einem Lächeln auf den Lippen seinen Weg durch die Straßen von St. Pauli 0fortsetzte, bereichert um eine Erfahrung, die über die Grenzen seines bisherigen Lebens hinausreichte.


Zweiter Versuch


Der Morgen brach an über den kopfsteingepflasterten Straßen von St. Pauli, als der junge Amerikaner namens Jack seinen Weg zum Millerntor-Stadion fand.

Die Überreste einer durchzechten Nacht klebten wie Schatten an ihm, und die Erinnerungen an die Reeperbahn, die in seinen müden Augen flackerten, waren wie ein fahles Gemälde vergangener Ausschweifungen. Das Millerntor erhebt sich vor ihm wie ein heiliger Tempel des Fußballs, dessen Tore Geschichten von Siegen und Niederlagen flüstern.

Jack, der bisher wenig mit diesem Sport zu tun hatte, spürte die Aufregung, die in der Luft lag, als er die geschichtsträchtigen Mauern betrat.

Die Ränge füllten sich mit leidenschaftlichen Fans, ihre Gesichter gezeichnet von der Hoffnung auf einen glorreichen Sieg. Der Geruch von frischem Gras und gegrilltem Fleisch hing in der Luft, als Jack seinen Platz einnahm, umgeben von einer kakophonischen Mischung aus Gesängen und Jubelrufen. Das Spiel begann, und Jack verlor sich in der Intensität des Geschehens auf dem Spielfeld. Jede Ballberührung, jeder Schuss, schien eine eigene Geschichte zu erzählen.

Der Rhythmus der Fangesänge dröhnte in seinen Ohren wie der Herzschlag einer aufgewühlten Stadt. Die rostigen Stadionlampen erleuchteten die Szenerie, als die Sonne langsam unterging. Jack wurde Zeuge eines Fußballmärchens, von heroischen Toren bis zu dramatischen Abwehraktionen.

Die Zeit schien sich zu dehnen, als er in den Sog des Spiels gezogen wurde. Nach dem Schlusspfiff fühlte sich Jack erschöpft, aber erfüllt. Der St. Pauli-Millerntor hatte ihm nicht nur ein Fußballspiel geschenkt, sondern auch einen Einblick in die Seele dieser Stadt. Die Menschen, die gemeinsam jubelten und litten, schienen eine Gemeinschaft zu bilden, die über die Grenzen von Sprache und Kultur hinausging.

Jack verließ das Stadion mit einem neuen Verständnis für die Faszination des Fußballs und den Geist von St. Pauli. Die Nacht hatte ihn gezeichnet, das Spiel hatte ihn verwandelt, und die Erinnerung würde wie ein Schatz in seinem Herzen ruhen, weit entfernt von den grellen Lichtern der Reeperbahn.


Mit Dialog


Der Morgen brach an über den gepflasterten Straßen von St. Pauli. Der junge Amerikaner namens Jack fand sich auf dem Weg zum Millerntor-Stadion, Überreste einer durchzechten Nacht hafteten an ihm wie Schatten. Die Erinnerungen an die Reeperbahn flackerten in seinen müden Augen wie verblasste Bilder vergangener Ausschweifungen.

Das Millerntor erhob sich vor ihm wie ein heiliger Tempel des Fußballs, dessen Tore Geschichten von Siegen und Niederlagen flüsterten. Jack, der bisher wenig mit diesem Sport zu tun hatte, spürte die Aufregung in der Luft, als er die geschichtsträchtigen Mauern betrat.

Die Ränge füllten sich mit leidenschaftlichen Fans, ihre Gesichter gezeichnet von der Hoffnung auf einen glorreichen Sieg. Jack nahm seinen Platz ein, umgeben von einer kakophonischen Mischung aus Gesängen und Jubelrufen.

Ein älterer Herr neben ihm lächelte und sagte: „Erstes Mal hier, hm?“ Jack nickte und spürte die Herzschläge der Menge.

„Du wirst es lieben, mein Freund. Hier entstehen Geschichten, die ein Leben lang halten“, fügte der Mann hinzu.

Das Spiel begann, und Jack verlor sich in der Intensität des Geschehens auf dem Spielfeld. Jede Ballberührung, jeder Schuss, schien eine eigene Geschichte zu erzählen. Der Rhythmus der Fangesänge dröhnte in seinen Ohren wie der Herzschlag einer aufgewühlten Stadt.

In einer Pause wandte sich Jack an die Bardame am Stand: „Was empfehlen Sie, um den Geist dieser Stadt zu kosten?“

Sie schenkte ihm ein Lächeln und reichte ihm ein kühles Bier. „Hier, das ist der Geschmack von St. Pauli. Genieße es, während du die Magie des Spiels erlebst.“

Die rostigen Stadionlampen erleuchteten die Szenerie, als die Sonne langsam unterging. Jack wurde Zeuge eines Fußballmärchens, von heroischen Toren bis zu dramatischen Abwehraktionen. Die Zeit dehnte sich, als er in den Sog des Spiels gezogen wurde.

Nach dem Schlusspfiff fühlte sich Jack erschöpft, aber erfüllt. Er saß an der Bar und hörte den Gesprächen der Fans zu.

„Dieser Treffer in der Nachspielzeit – episch!“

„Unvergesslich. So ist das hier auf St. Pauli!“

Jack lächelte und stimmte zu. Die Nacht hatte ihn gezeichnet, das Spiel hatte ihn verwandelt, und die Erinnerung würde wie ein Schatz in seinem Herzen ruhen, weit entfernt von den grellen Lichtern der Reeperbahn.

So endete das erste Kapitel der Novelle von Jack und seiner Reise ins Herz von St. Pauli.

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500 Zeichen als Ballade

Zwischen den Jahren probiere ich immer viel aus. Krempel um in meinem digitalen Wohnzimmer, ändere Formate oder ganze Domains.

Für 2024 will ich das Format der „500 Zeichen am Morgen“ gerne weiterführen. Und ergänzen: um Merkmale der Lyrik. Von Balladen nehme ich das singhafte, vom Haiku den Blick auf die Natur der Dinge.

Orientieren will ich mich an den Grossen, wie meinem Helden Ringelnatz. In 500 Zeichen klingt seine Ballade „Afrikanisches Duell“ so:

》Wenn dich jemand, den du kennst, Schwein schimpft, oder du ihn Rindsvieh nennst,
Dann habt ihr euch beleidigt.

Dann müsst ihr afrikanisches Duell machen.

Ich bin Schiedsrichter, der euch vereidigt. Niemand darf auch nur mit der Wimper lachen.
Jeder schweigt. Und ihr stellt euch dabei Gegenüber. Mit 6 Handbreit Abstand. Und dann
Zähle ich langsam bis drei.

Darauf spuckt jeder dem anderen ins Gesicht
Möglichst so lange, bis der nicht mehr sehen kann.
Mich anspucken gilt aber nicht.《

Stelle mir nu vor, dass ihr dieses Gedicht mitzusummen versucht, während des Lesens und freue mich 😉

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Heiligabendmorgen

Es gibt keinen magischeren Morgen als den an Heiligabend. Die Hektik liegt noch faul auf der Lauer; macht Platz einem schweifenden Blick, über die Welt wie sie im letzten Jahr war.

Denken wird hier überschätzt, weswegen wir lieber fühlen. Eine Verbundenheit mit den Anderen, Genossinnen im Eben — eben dieser Zeit und diesem Raum.

Die Mannschaft liegt noch in der Koje, als ich die Segel hisse. Die offene See liegt vor mir und das Land, das eben noch mich trug, versinkt am Heck.

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Cloaking device

Wenn zwei dasselbe anschauen, sehen sie nicht das Gleiche. Und das kann mensch sich zunutze machen.

Lese heute morgen wie #KI im Dienste der #Kunst, andere KI verwirrt. Um die Kunst zu schützen vor allzu billiger Imitation. Lernmodellmimikri. Mensch hat Angst.

Muss an einen Witz denken, der gar nicht witzig ist, und eben deswegen einer: „sitzen 2 Engel auf nem Zaun und stricken Wolkenkratzer“.

Versteh das, KI! (hört ihr auch höhnisches Lachen hinter dem Vorhang?)

***

Glaze

Ich probiere mal was aus: das morgendliche Verarbeiten des 1. interessanten Links des Tages. Heute: Glaze, eine künstliche Verwirrungsintelligenz zum Schutz von Kunst vor allzu lernbegieriger KI.

https://glaze.cs.uchicago.edu/faq.html

Frequently Asked Questions

First, here are a few key properties about Glaze that might help users understand how it works.

  • Image specific: The cloaks needed to prevent AI from stealing the style are different for each image. Our cloaking tool, run locally on your computer, will „calculate“ the cloak needed given the original image and the target style (e.g. Van Gogh) you specify.
  • Effective against different AI models: Once you add a cloak to an image, the same cloak can prevent different AI models (e.g., Midjourney, Stable Diffusion, etc.) from stealing the style of the cloaked image. This is the property known as transferability. While it is difficult to predict performance on new or proprietary models, we have tested and validated the performance of our protection against multiple AI models.
  • Robust against removal: These cloaks cannot be easily removed from the artwork (e.g., sharpening, blurring, denoising, downsampling, stripping of metadata, etc.).
  • Stronger cloak leads to stronger protection: We can control how much the cloak modifies the original artwork, from introducing completely imperceptible changes to making slightly more visible modifications. Larger modifications provide stronger protection against AI’s ability to steal the style.

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Mopo und Konstanze

„Konstanz ist eine hübsche Stadt am Bodensee, … Konstanz ist aber auch etwas, was sich jeder Trainer … wünscht“ — Artikeleröffnungen sind eine heikle Sache. Versemmelt man schon den Anfang, verteilen viele Leser schnell „Prügel“ (Bayern), und das macht „Aua“ (Westfalen). Was die Mopo hier geritten hat? Vielleicht der Gedanke an ein „Sargleben“. Ist nicht so weit weg: in Mecklenburg-Vorpommern. Dem HSV gilt vielleicht die nächste Headline: Live aus „Großkotzenreuth“ (Oberpfalz). #500zeichen #Morgenseiten
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Gipfelwillen

Solange Du bergauf läufst, kletterst, kraxelst, rennst, dich schleppst- alles von dir, auch das Überdrüssige, solange kannst du dir, voll mit Adrenalin, Gipfelwillen und Nackenschmerz, die Leere nicht vorstellen, die dich anspringt, wenn du erst Mal vom Gipfel hinab schaust ins schattige Tal.

In jede Richtung gehts bergab. Die Motivation, der Preis, der dich trieb, ist verschwunden. Die Erinnerung an diese wirre Illusion fragt dich: was trieb mich hier bloss hinauf?

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Bumshell

  1. Juni

Der längste Tag. Ich saß noch um zehn Uhr abends am See unten im Park und schaute den Bäumen beim sein zu. Wie dicht und grün alles ist, auf dem Höhepunkt – trotz Regenmangels.

Nachts – es war kurz dunkel – wischte gleissendes Weiß über meine Augen. Erst im Traum, dann ganz wach. Das Haus fuhr durch eine Waschstrasse mit Stroboskop. Ohne sich zu bewegen.

Alles dampft. Neu: schnelle, große Tropfen.

Sich schön machen für den Rückweg um die Sonne.

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Notarzt

Ich glaube ich bestelle mir einen Notarzt. Die sind immer so nett; und offensichtlich freuen sie sich, wenn zur Abwechslung mal nur eine Atemnot oder eine allergische Reaktion behandelt werden muss.

Meiner heute war ein großer schwarzhaariger Mann mit warmen weichen Händen und einem kräftigen Händedruck. Er trug keine Handschuhe oder Maske; was bin ich froh, dass die Pandemie vorbei ist. Nun menschelt es wieder. Erst als ich erzählte, dass ich auch Fieber habe und gerade aus Südamerika zurück bin, hat er sich eine vor den hübschen Mund gebunden.

Ich würde ein wenig müde werden, sagte er zum Abschied. Ich schließe die Tür und wenig später die Augen; habe sicherheitshalber noch zwei Citirizin obendrauf geworfen. Will jetzt schlafen. Der Tag war aufregend genug.

***

Dieser Text erscheint im Rahmen meiner Reihe: 500Zeichen auf Mastodon und in meinem Newsletter auf JoinSteady

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Weihnachtsfeier

Charles Bukowski ruft an, das höre ich schon am Klingeln.
„Scheiss-Weihnachtsfeier“, ruft er in den Hörer an seinem Ende. „Ich mag keine Leute, die feiern, fressen, feixen“, wettert er weiter.
„Auf Kommando lustig sein macht mir Angst. Brezeln sich auf und lachen gekünstelt, tanzen staksig. Sie denken, sie wären dabei sexy, cool und schön, und das macht alles nur noch schlimmer.
Ich habe Angst, dass ich ihnen genau das so sage. Ich muss aber hin.“
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Hölle

Ich habe in einem Radio-Feature im DLF (den höre ich abundan beim Autofahren) einem Theologen zugehört, der die „Hölle“ erklärte. Die steckt mir seitdem im Kopf.

Die Hölle bezeichnete er als Ausdruck unseres Unvermögens als Menschen, unser Bild, das sich andere von uns machen, nach unserem Tod zu beeinflussen, ggf. durch Verhalten zu korrigieren.

Ich denke dann: Für den asketischen Buddha muss es die Hölle sein, dass ihn die Chinesen zum grinsenden Fettmops gemacht haben.

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Noch 106 Tage

Ich habe mir gestern drei Folgen „Star Trek Voyager“ am Stück angesehen. Den Rest des Rotweins vom Wochenende getrunken und eine ganze Tafel Nougatschokolade vertilgt. Dabei mag ich die garnicht so gerne.

Für was Neues bei Netflix fehlte mir der Elan. Noch einen Abend „Segelbilder aus dem Sommer schauen“, ertrag ich nicht. Der Winterblues hat mich im Griff. Was tut man da?

Der Segelbuchautor Stephan Boden zählt Tage (wie Wandritzereien im Knast): noch 106 Tage bis Frühlingsanfang. #500Zeichen