Mein Freund Markus und ich diskutieren gerne. Über die große und kleine Politik, über die Stadt, unsere Stadtteile, über Fußball und den FC St. Pauli. Selten sind wir einer Meinung.
(Markus meint sogar, wir sind wie Hauser und Kienzle, wenn die noch jemand kennt)
„Peter Tschentscher hat fertig“, startet er unseren beinahe täglichen Podcast ohne Aufnahme. Und in den nächsten zehn Minuten komme ich kaum zu Wort, nicke nur und sage ab und an – „genau“.
Die Hamburgerinnen haben der SPD G20 nicht verziehen, das Scholz nach der letzten gescheiterten Olympiabewerbung über die Stadt hat hereinbrechen lassen.
Die Hamburgerinnen stöhnen jetzt schon unter marodem Nahverkehr, Dauerbaustellen und einer manipulierten Mietpreisbremse.
Jedes, aber auch jedes Bauvorhaben in HH wird bis zu 10x teurer als geplant. Und am schlimmsten: statt das zuzugeben, wird mit Vermietung an städtische Museen getrickst.
Die Verbandelung von SPD und Bauwirtschaft in Hamburg ist legendär. Der Fokus auf Touristik Senatsräson seit 20 Jahren.
Die Fegebank lächelt derweil alles weg, was mal grüne Politik war.
Und dann die Plakate, DIE PLAKATE! Uninspiriert, pseudo-bunt und mit handfesten Drohungen drauf. Wenn du Rollifahrer n Aufzug an der Station willst, stimme gefälligst für Olympia, oder lerne wieder zu gehen. Neubauten an Wohnungen? Nur mit 10.000 Athletinnen zu machen.
Was für ein Offenbarungseid.
Dressel schaut mit seinen Hundeaugen auf die Scherben einer Kampagne, die die Losgelöstheit der Hamburger SPD von ihren Bürgerinnen schonungslos offen legte (und dazu brauchte man kaum die gut gemachte Grassroot-Gegenkampagne #Nolympia und ihre validen Argumente)
Peter Tschentscher hat fertig, wenn er nicht erkennt, dass seine Arroganz diese Bewerbung gekillt hat.
(Und Udo Lindenberg kann sich auch gehackt legen, uncool!)
Titelfoto: Hamburg.de, Gewonnene Stadtteile, dunkel Nein, hell Ja.

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