In meiner Brust schlagen zwei Herzen, das eines freiheitsliebenden Tagträumers und das eines ordnungsliebenden Nerds, der als Kind ganze Spielzeiten der damals zweiten Bundesliga auf Kneipenblöcken (den mit dem beschichteten Papier) und in seinem Kopf durchgespielt hat. Komischerweise hat oft Eintracht Braunschweig die Saison gewonnen. Das wird Wolfgang freuen.
Ich habe spaßeshalber mal in meine Bookmarksammlung geguckt und musste lachen, was ich alles noch lesen muss, meiner vergangenen Ansicht nach. Bookmarks sind der verzweifelte Versuch, Ordnung ins Surfen zu bringen. Texte, Webseiten, Themen haken sich kurz ein in unseren ewig währenden Spaziergang durch die digitale Wüste. „Das lese ich später“, ist wohl eine der häufigsten Lügen, die wir uns erzählen. Am Ende verbringen wir viel Zeit damit, Aufmerksamkeitsleichen auch noch zu ordnen und zu kategorisieren. Anders als beim Kopffußball gibt’s da aber keinen Meistertitel zu gewinnen.
Habe neulich – also dieses Jahr schon – einen Newsletter gelesen. Von wem der war, habe ich vergessen. Ich wollte mir den doch merken und später nochmal in Ruhe lesen. Ach, egal.
Auf jeden Fall ist doch etwas backen geblieben. Die Autorin, nennen wir sie Vero, war ähnliches aufgefallen: ihre „Read Later“ Liste wurde immer größer, ihr schlechtes Gewissen auch. Da suchte sie nach einem Ausweg und kam auf eine Idee, die nun schon 25 Jahre alt ist – und ein wenig aus der Mode: Bloggen. Ausgerechnet.
Sie nimmt sich jeden Tag eine Seite, eine Page, einen digitalen Notizzettel und schreibt ihre Eindrücke vom Tag auf; eine 24h-Sammlung der Dinge, die haken bleiben im vorüberziehenden Strom. Allerdings speichert sie sie nicht. Das wäre ja nur eine weitere Art des Bookmarkens. Sie schreibt auf, was sie aus dem Text, dem Video, dem Posting gelernt hat. In einem täglichen Journal.
Am Ende des Monats schaut sie sich das wieder an. Was dann passiert, habe ich vergessen.
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Habe alle Zettel mit Wünschen und Vorhaben, die jeweils an einem Abend vor den jeweiligen 12 Raunächten verbrannt werden sollen, en bloque an einem Abend verbrannt (am letzten). Nun weiß ich nicht mehr, was da alles drauf stand. Egal, sehen wir, was das Universum damit macht – vielleicht bookmarken.
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